Siegmund Ehrmann MdB besichtigt Villa Merländer

Siegmund Ehrmann MdB und Dr. Ingrid Schupetta
Siegmund Ehrmann MdB und Dr. Ingrid Schupetta vor einem der beiden Wandgemälde von Heinrich Campendonk

"Die Stadt Krefeld begreift offenbar nicht, welches Kleinod ihr mit der Villa Merländer praktisch in den Schoß gefallen ist", bedauert Siegmund Ehrmann. "Mit anderthalb Stellen ist das Dokumentationszentrum jedenfalls völlig unzureichend ausgestattet".

Der Bundestagsabgeordnete traf sich zum Gedankenaustausch mit der Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Krefeld, Frau Dr. Ingrid Schupetta, in der Villa auf der Friedrich-Ebert-Straße.

Nicht ohne Grund gerade jetzt, denn der Deutsche Bundestag habe soeben ein Gedenkstättenkonzept verabschiedet, welches zwar die Gedenkstätten von nationaler Bedeutung besonders hervorhebe, die lokalen und regionalen Erinnerungsorte jedoch eher nicht berücksichtige.

Nicht alle Schulklassen könnten es sich leisten, eine weiter entfernt liegende KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Für sie stelle die Villa eine der wenigen Möglichkeiten dar, mit dem düstersten Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte konfrontiert und vor rechtem Gedankengut gewarnt zu werden, unterstreicht Ingrid Schupetta die Wichtigkeit ihrer Arbeit. "Und wo sonst gibt es schon einen Raum mit Wandgemälden von Heinrich Campendonk", weist sie auf den zusätzlichen kulturpolitischen Aspekt hin. "Ohne unseren sehr aktiven Förderverein ‚Villa Merländer e.V.‘, Anfang der 90er Jahre gegründet, wären die Gemälde vielleicht bis heute noch nicht freigelegt und restauriert worden."

Ehrmann, stellvertretender Vorsitzender des Bundesausschusses für Kultur und Medien, setzt sich nach eigenem Bekunden seit über 30 Jahren gegen das Vergessen ein. Er fordert die Stadt Krefeld auf, für eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung ihrer Gedenkstätte Sorge zu tragen.