Sternstunde im Jazzkeller – gesponsert von MdB Siegmund Ehrmann

Siggi Ehrmann im Gespräch mit Stefan Rademacher und Martina Heffels
Siggi Ehrmann im Gespräch mit Stefan Rademacher und Martina Heffels im Krefelder Jazzkeller

Wenn ein Geschenk sowohl dem Gebenden als auch den Beschenkten glücklich macht, so darf man es wohl als besonders gelungen bezeichnen. Mit einer sprichwörtlichen "Sternstunde" hat Siegmund Ehrmann jetzt nicht nur den zahlreich erschienenen Fans im Krefelder Jazzkeller Freude bereitet, sondern auch sich selbst.
Ehrmann, dessen besonderes Interesse an Kultur an seinem gesamten beruflichen Werdegang abgelesen werden kann, sponsert seit Beginn seiner Laufbahn als Bundestagsabgeordneter regelmäßig sechs gute Jazzkonzerte pro Jahr in seinem Wahlkreis. Wann immer es ihm möglich ist, besucht er diese Konzerte auch. So war er jetzt mit seiner Frau Ulla zu Gast in Krefelds schönstem Keller und lauschte begeistert einer Jazzattack in hochklassiger Besetzung: Stefan Rademacher, Claudius Valk, Saxophon, Pablo Held, Klavier und Jonas Burgwinkel, Schlagzeug.

Angeregt unterhielt sich der SPD-Abgeordnete während der Pause mit Stefan Rademacher, der für die Organisation der Reihe "Jazzattack" verantwortlich zeichnet, und Martina Heffels, der engagierten Vorsitzenden des Krefelder Jazzklubs.

Der Vertreter der Rheinischen Post, Mojo Mendiola, schrieb eine enthousiastische Konzertkritik, die wir hier im Wortlaut wiedergeben:

Sternstunde mit Held im Jazzkeller

VON MOJO MENDIOLA

Eine Sternstunde hatte der Jazzklub versprochen, und tatsächlich wurde eine Jazzattack in besonders hochklassiger Besetzung geboten. Stefan Rademacher, diesmal am fünfsaitigen E-Bass, spielte mit dem Saxophonisten Claudius Valk und den beiden Jungstars Pablo Held am Klavier und Jonas Burgwinkel am Schlagzeug.

Für das Programm hatte man sich selten gespielte Standards zurechtgelegt, und weil für ein gemeinsames Aufwärmen vor Beginn keine Zeit geblieben war, konnte man den stets spannenden Prozess des Zueinanderfindens live auf offener Bühne mitverfolgen.

Eine durchgängig traumhafte Einheit bildeten natürlich Held und Burgwinkel, durch die kontinuierliche Arbeit im gemeinsamen Trio fantastisch aufeinander eingespielt.

Wenn der jugendliche Held auf den Tasten mit bewundernswert kontrolliertem Sturm und Drang Streifzüge durch die erstaunlichen Tiefen seines Backgrounds unternahm und sich in wechselnden Rhythmen und Tempi durch die Räume der musikalischen Moderne parlierte, war Burgwinkel mit seinen ausdifferenzierten Schlagfolgen stets an seiner Seite wie ein lichter Schatten, einerseits unglaublich schnell, andererseits nie sensationsversessen, und mit den Sticks beinah so zartfühlend wie andere mit den Besen. Die beiden spielten wie aus einer Hand, und Valk hielt sich über lange Passagen völlig still, als genieße er selbst vor allem das Zuhören.

Wenn er aber sein Tenor ansetzte, dann erwies er sich als aufmerksamer Gesprächspartner der Youngster, glänzte durch klare Linien und satten Sound, hatte aber auch überraschende Wendungen parat und ließ seine famose Überblastechnik, wenn er sie einsetzte, so frisch klingen, als sei sie gerade erst erfunden worden.

Den längsten Weg in den Zusammenklang hatte diesmal Stefan Rademacher zurückzulegen. Er schien zunächst den Dialog mit Held zu suchen, doch die beiden ausgeprägten Handschriften harmonierten nur unzureichend. Auf dem Weg über Burgwinkel fand er dann aber doch in den gemeinsamen Swing und brillierte von da an auch mit tragenden Rollen.

So entwickelte das Quartett im gut besuchten Keller zwischen Bebop und Cool über Themen von Cole Porter bis Ornette Coleman eine Jazzattack, die immer wieder stürmischen Beifall auslöste.

– /MOJO MENDIOLA

Quelle:
Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH
Publikation: Rheinische Post Krefeld
Ausgabe: Nr.259
Datum: Samstag, den 06. November 2010
Seite: Nr.14