MdB Siegmund Ehrmann setzt sich für Sprachförderung ein

Siegmund Ehrmann MdB
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Nach einem Gespräch mit Verantwortlichen der anerkannten Anbieter von Integrationskursen lobt Siegmund Ehrmann die Zusammenarbeit der Bildungsträger in Krefeld. "Natürlich möchte auch ich, dass sich Menschen aus anderen Ländern besser in unserer Gesellschaft zurechtfinden. Ich will gerne die erforderliche Unterstützung dazu geben." Der Bundestagsabgeordnete setzt sich dafür ein, dass Teilnehmer von Alphabetisierungskursen auch bei nicht bestandener Prüfung eine zweite Chance erhalten, der Zugang zu den Kursen erleichtert und das Teilzeitangebot für Beschäftigte zeitlich entzerrt wird.

Den Vertretern der Bildungseinrichtungen liegt am Herzen, dass die vielen Integrationswilligen nicht aus Gründen der Kostenersparnis von Sprachkursen ausgeschlossen werden. Als das Budget im Herbst letzten Jahres trotz Aufstockung ausgeschöpft war, sei die Warteliste in Deutschland bis zum Jahresende auf 9000 Menschen angewachsen, beklagen sie.

"Sorgen bereiten uns vor allem Frauen, die noch nie eine Schule besucht haben und sich – zum Teil gegen den Widerstand der Männer – zur Teilnahme durchgerungen haben und dann aus finanziellen Gründen abgewiesen werden oder weil sie die Prüfung nicht bestehen", erläutert die Vertreterin der Caritas.

"Ein Riesenproblem sind auch die Teilzeitkurse für Berufstätige, die mit 15 Unterrichtspflichtstunden, verteilt auf drei Abende pro Woche, heillos überfordert sind", so die Vertreterin von "Lernart". Dabei seien Erfolge durchaus spürbar. "Bis zu 80 Prozent der Teilnehmer erlangen in den Kursen ein gutes Niveau, welches eine flüssige Unterhaltung ermöglicht".

Als weiteres Handicap beklagen die Kursanbieter die staatliche Vergütung von nur 2,35 Euro pro Teilnehmer und Stunde. Damit sich die Durchführung für die Veranstalter rechnet, haben sie sich auf bestimmte Kurse wie für Frauen, Jugendliche und für die Alphabetisierung spezialisiert und die Interessenten untereinander aufgeteilt. Man kenne sich aus den Arbeitsgruppen des Krefelder Netzwerkes und verstehe sich gut.

Seit 2005 gibt es staatlich verordnete Sprachkurse mit Prüfung für bestimmte Migranten- und Flüchtlingsgruppen; die Kostenbefreiung gilt jedoch nicht für alle Familienmitglieder. Der Anspruch ist nach dem Aufenthaltsgesetz geregelt. Die Kosten pro Kursteilnehmer betragen im Durchschnitt 2000 Euro. Das Jahresbudget in Deutschland beträgt 266 Millionen Euro, das reicht aber nicht aus. Ende 2010 standen 9000 Menschen auf der Warteliste.

In Krefeld führten sieben anerkannte Bildungsträger Kurse für fast 500 Teilnehmer im letzten Jahr durch. Die staatliche Vergütung beträgt 2,35 Euro pro Kopf und Stunde. Die Teilnehmerzahl pro Kurs ist auf 20 begrenzt, bei Alphabetisierungskursen auf zwölf.