„Wir kommen alle in den Himmel“ – meint Aiman A. Mazyek

v.l. Uli Hahnen MdL, Gastwirt Klaus Rudolph, Aiman A. Mazyek, Dilan T. Ceylan, Bernd Scheelen MdB
v.l. Uli Hahnen MdL, Gastwirt Klaus Rudolph, Aiman A. Mazyek, Dilan T. Ceylan, Bernd Scheelen MdB

Bernd Scheelen, Krefelds SPD-Vorsitzender, konnte beim traditionellen Aschermittwoch der Sozis mehr als 100 Gäste aus Partei und öffentlichem Leben willkommen heißen. In seiner Begrüßungsrede stellte der Bundestagsabgeordnete fest, dass die "E 10-Einführung von Schwarz-Gelb genauso schlampig gemacht ist wie zuvor die Bundeswehr-Reform! Mit Schwarz-Gelb ist eben kein Staat zu machen!" Und Schwarz-Grün in Krefeld habe dafür gesorgt, dass die Uhren nicht "anders gehen, sondern überhaupt nicht mehr!", wie mit dem völlig verspätet verabschiedeten Haushalt für 2011 klar geworden sei.

Mit dem diesjährigen Gastredner konnten die Krefelder Sozialdemokraten eine NRW-weite Premiere feiern: Aiman A. Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, war ihrer Einladung gerne gefolgt. Mazyek nahm augenzwinkernd die zu erwartenden Schlagzeilen vorweg: "Islamisierung des Aschermittwoch", gar die "Islamisierung Krefelds" drohe…

Der "deutsche Muslim mit syrisch-alemannischem Hintergrund", wie er sich selber bezeichnet, sah allerdings in den Krefelder Haushaltsproblemen, wie in zahlreichen anderen Kommunen auch, die eigentliche Bedrohung für das städtische Leben.

Mazyek, selbst Mitglied der FDP, griff die wieder aktuelle Debatte um die Frage auf, ob denn nun der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Klar sei: "Die drei monotheistischen Religionen stammen jedenfalls alle aus dem Morgenland, und nicht etwa aus Brandenburg!" Mazyek – ausgebildet u. a. in Kairo, wohnhaft in Aachen und tätig in Köln – rief zu Gelassenheit und Humor im Umgang miteinander auf. "Warum starten wir nicht – wie schon Lessing es beschrieb – den Wettstreit der guten Tat?! Warum fremdeln wir Deutschen so, warum und wovor haben wir solche Angst?"

Besser, so Mazyek, sei doch "Neugier auf Neues und Lust auf Zukunft!" Nicht nur die deutsche Fußball-Nationalmannschaft habe das vorgemacht. Er rief dazu auf, das Gemeinsame zu sehen und zu leben: Unsere kulturellen Wurzeln im Arabischen, im Griechischen, im Römischen und – im Rheinischen.

Gemeinsam mit dem neuen (wenngleich den Krefeldern wohlbekannten) Wirt der Gaststätte "Herbst Pitt" , Klaus Rudolph, präsentierten Mazyek und der geschäftsführende Vorstand der Krefelder SPD das wunderbare Fischgericht, mit dem sich die Gäste im Anschluss an die Reden stärken konnten.