Die Gemeinschaftsschule als Schule der Zukunft – Chance auch für Krefelder Kinder!

v.l. Bürgermeister Frank Meyer, MdL Uli Hahnen, MdL Renate Hendricks. Foto: Gerda Schnell
v.l. Bürgermeister Frank Meyer, MdL Uli Hahnen, MdL Renate Hendricks

Renate Hendricks, stellvertretende Vorsitzende und Bildungsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, stellte jetzt in Krefeld das Konzept für die Schule der Zukunft vor.

Sie war der Einladung ihres Krefelder Kollegen Uli Hahnen gefolgt, die Pläne der Landesregierung gemeinsam mit ihm und Bürgermeister Frank Meyer, dem schulpolitischen Sprecher der Krefelder SPD-Fraktion, zu erläutern

Gut 60 Interessierte waren der Einladung in den Saal des Restaurants Hexagon im Seidenweberhaus gefolgt und beteiligten sich rege an der Diskussion.

Renate Hendricks ging zunächst auf die leidige Ist-Situation ein: "In unseren Schulen bleiben zu viele Talente und Potentiale verborgen und werden daher nicht gefördert. Derzeit sind nahezu 22 Prozent der Schulabgänger nicht in der Lage, eine qualifizierte Ausbildung zu absolvieren."

Das solle sich mit Hilfe der Gemeinschaftsschule ändern. Diese Schulform bedeute, alle Kinder und Jugendliche entsprechend ihrer Begabung, ihrer Neigung und ihres Talents individuell zu fördern.

Hendricks Landtagskollege Uli Hahnen ergänzte, natürlich werde niemand zu seinem Glück gezwungen. Grundvoraussetzung zur Gründung einer Gemeinschaftsschule sei der erklärte und gemeinsame Wille der Eltern, der Schule und der Kommune.

Bürgermeister Frank Meyer ermunterte die Anwesenden, sich ohne Zwang weiter zu informieren und einfach mal den Versuch zu wagen, dem Nachwuchs größere Chancen einzuräumen.

Hier die Eckpunkte des Konzepts der Gemeinschaftsschule:

1. Die Gemeinschaftsschule bietet alle Bildungsgänge, vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur, unter einem Dach an. Das bedeutet zunächst, dass alle Kinder im Anschluss an die Grundschule in Klasse 5 und 6 weiter gemeinsam lernen.
2. Frühestens ab Klasse 7 werden die Schüler in Haupt-, Real- oder Gymnasialklassen getrennt unterrichtet. Eltern, Lehrer, Schüler und Kommunen können gemeinsam entscheiden, dass alle Kinder und Jugendlichen auch nach Klasse 6 weiterhin bis Klasse 10 gemeinsamen Unterricht erhalten.
3. Für alle Gemeinschaftsschulen jedoch gilt: Es gibt eine gemeinsame Schulleitung und ein gemeinsames Lehrerkollegium unter einem Dach. Die
Gemeinschaftsschulen, die nicht genug Schülerinnen und Schüler für eine Oberstufe haben, können in Kooperation mit anderen Gemeinschaftsschulen ein Oberstufenzentrum gründen.
4. Bei der Einführung der Gemeinschaftsschule sollen orts- und stadtteilgenaue Lösungen ermöglicht werden. Deshalb wird bei der konkreten Ausgestaltung der inneren Organisation pragmatisch auf die gemeinsame Entscheidung der Eltern, Schulen und Kommunen gesetzt. Die Gemeinschaftsschule bedeutet Vielfalt unter einem Dach, in der alle Kinder ihren Begabungen, Neigungen und Talenten entsprechend individuell gefördert werden.