ThyssenKrupp einigt sich mit Outokumpu

Die Bundestagsabgeordneten Bernd Scheelen und Siegmund Ehrmann sowie der Landtagsabgeordnete Uli Hahnen haben zur heute (31.01.12) bekanntgewor-denen Einigung bei ThyssenKrupp Nirosta Erklärungen abgegeben. Hier zunächst die Verlautbarung der beiden Bundestagsabgeordneten:

"Die gute Nachricht dieser Einigung ist: die drohenden Kündigungen sind abge-wehrt. Es wird in den nächsten vier Jahren keine betriebsbedingten Kündigungen geben, der Standort bleibt erhalten. Das gibt den Beschäftigten und ihren Familien erst einmal Sicherheit.

Wir freuen uns mit ihnen über diesen von den engagierten Arbeitnehmerver-tretern erzielten Erfolg. Der Kampf der Belegschaft und die große Solidarität der Menschen in Krefeld haben sich gelohnt. Die Empörung der Belegschaft von ThyssenKrupp Nirosta darüber, dass die Beschäftigten falsche Entscheidungen des Managements wie in Brasilien ausbaden sollen, teilen wir.

Schmerzlich ist die Schließung der Stahlproduktion nach 2013. Das bedeutet das Ende einer langen Krefelder Tradition, welches wir sehr bedauern. Wir hoffen aber, dass das geplante Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kaltwalz-produkte diesen Verlust ausgleichen kann. Zusammen mit den fest zugesagten Investitionen von 244 Millionen Euro in den Standort ist das ein Lichtblick. Auch wenn in Zukunft hier kein Stahl mehr gekocht wird – es wird weiter Stahl und Stahlarbeiter in
Krefeld geben."

Und MdL Uli Hahnen reagiert wie folgt:

"Der erzielte Kompromiss ist zunächst ein Erfolg für die Vertreter von IG Metall, Betriebsrat und auch für die Beschäftigten. Betriebsbedingte Kündigungen sind bis zum 31.12.2015 ausgeschlossen. Eine Standortgarantie wurde bis zu diesem Datum fixiert. Ein Tarifvertrag zur Standort- und Beschäftigungssicherung wurde bis Ende 2017 verhandelt. Die Entscheidung des Umzugs des Werkes Düsseldorf-Benrath nach Krefeld mit einem Investitionsvolumen von rund 250 Millionen Euro wird umgesetzt.

Jedoch wird die Produktion der „Flüssigphase“ am Standort Krefeld zum 31.12.2013 beendet. Was dies für die Arbeitnehmer, die in diesem Bereich tätig sind, bedeutet, ist noch unklar. Am Standort Krefeld sollen zwar 20 Millionen Euro zusätzlich investiert werden, u.a. auch um ein Forschungs- und Entwicklungs-zentrum für Kaltwalzprodukte aufzubauen, aber ob so die Arbeitsplätze für die Arbeitnehmer der "Flüssigphase" kompensiert werden können, gilt es sehr genau zu beobachten.

Ich will nicht schwarz malen. Es ist als Erfolg zu bezeichnen, dass ein solches Ergebnis innerhalb einer Woche erreicht worden ist. Die Ankündigung von zusätzlichen Millionen zur Zukunftsentwicklung des Krefelder Stahlwerkes als alleinigen Grund zu nehmen, um ruhigen Gewissens in die Zukunft zu blicken, reicht mir allerdings nicht aus.

Zuletzt haben das Land NRW und der Bund Fördermittel in Höhe von zusammen 8,8 Millionen Euro für den Bereich der Bandgießanlage genehmigt. Dass diese Förderung nun nicht ausreicht, um am Standort Krefeld auch über das Jahr 2013 hinaus konkurrenzfähig Stahl zu produzieren, verdeutlicht, dass zusätzliche Fördermillionen alleine nicht für eine endgültige und auf Langfristigkeit beruhende Standortsicherung des Werkes in Krefeld ausreichen werden. Hierfür bedarf es auch eines überzeugenden inhaltlichen Konzeptes. Ich hoffe, dass das angekündigte Forschungs- und Entwicklungszentrum für Kaltwalzprodukte ein solches inhaltliches Konzept darstellt.

Ich werde sehr genau beobachten, wie der nun eingeleitete Umstrukturierungs-prozess sich auf die bestehenden Arbeitsplätze auswirkt. Die vereinbarten Zusagen müssen eingehalten werden. Da stehe ich an der Seite von Betriebsrat und Beschäftigten."