Feucht-fröhlicher Protest gegen umstrittene Pläne der Bundesregierung

SPD-Infostand vor dem Hansazentrum, Ina Spanier-Oppermann im Gespräch. Foto: Gerda Schnell
Landtagskandidatin Ina Spanier-Oppermann im Gespräch
Dilan T. Ceylan (links) im Gespräch
Die stellvertretende Parteivorsitzende Dilan T. Ceylan fällt mit ihrer gehäkelten Schürze auf

Am vorletzten Samstag vor der Landtagswahl zog im strömenden Regen ein Trupp durch die Innenstadt, welcher die Aufmerksamkeit der Passanten nicht nur durch lautes Geklapper, sondern auch durch eine teilweise abenteuerlich anmutende Kostümierung auf sich zu ziehen wusste. Denn wer seine den nasskalten Temperaturen angepasste Kleidung im Nachhinein mit Bäckermütze und gehäkelter Küchenschürze aufpeppt, dazu noch mit Hilfe von Töpfen, Pfannen, Deckeln und Kochlöffeln Lärm erzeugt, kann tatsächlich kaum übersehen und schon gar nicht überhört werden.

Und das war auch der Sinn der Aktion: Die so vermummten SPD-Mitglieder, darum handelte es sich nämlich, protestierten auf diese Weise gegen die Absicht der Bundesregierung, ein Betreuungsgeld, im Volksmund auch gerne Herdprämie oder Hausfrauengehalt genannt, einzuführen.

Gestartet wurde am SPD-Infostand vor dem Hansazentrum, vor dem ein überdimensionierter Kochherd mit vielen Töpfen und Pfannen stand. Auf dem dazugehörigen Transparent stand: "Nein zur Herdprämie! KiTa-Plätze statt Betreuungsgeld!" Trotz des miesen Wetters zeigten viele Passanten Interesse, blieben stehen und ließen sich informieren, worum es der SPD in Sachen Betreuungsgeld geht. Ina Spanier-Oppermann, Landtagskandidatin für den südlichen Teil Krefelds, war für viele eine gefragte Gesprächspartnerin.

Das Betreuungsgeld ist eine Geldleistung des Staates an die Eltern, also an Mütter und Väter, die sich in den ersten Jahren nach der Geburt eines Kindes zu Hause in Vollzeit der Erziehung widmen. Es ist für Eltern gedacht, die ganz bewusst keinen Krippenplatz, also keine Kindertagesstätte in Anspruch nehmen wollen.

Im April 2012 wurde eine Umfrage in der Bevölkerung zum Betreuungsgeld veröffentlicht. Danach halten sich Gegner und Befürworter die Waage. Die Mehrheit glaubt aber, dass das Betreuungsgeld ärmere und bildungsferne Eltern und Migrantenfamilien davon abhalten wird, ihre Kinder in eine Kita zu schicken. Sie hält es eher für sinnvoll, ein bis zwei Milliarden Euro in den Ausbau von Kitas zu investieren. Das ist auch die Position der SPD.

Die Aktion wird übrigens am letzten Samstag vor der Landtagswahl wiederholt, diesmal ausgehend vom Neumarkt. Start soll etwa um 12:00 Uhr sein, "Mitläufer", ausgerüstet mit Topf oder Pfanne, Deckel und Küchenschürze sind herzlich willkommen.