Bürgermeister Frank Meyer an der Spitze der Krefelder SPD

v.l. Uli Hahnen, Frank Meyer, Bernd Scheelen, Dr. Peter Struck, Dilan T. Ceylan. Foto: Gerda Schnell
v.l. Uli Hahnen MdL, Frank Meyer, Bernd Scheelen MdB, Dr. Peter Struck und Dilan T. Ceylan
Über Blumen freuen sich Frank Meyer und Gerda Schnell, über ein Rollköfferchen Ingrid Hack und über eine Krawatte Dr. Peter Struck. Foto: Günter Holthoff
v.l. Frank Meyer, Ingrid Hack, Gerda Schnell, Bernd Scheelen MdB, Dr. Peter Struck

Ob es am großartigen Abschneiden der deutschen Fußball-Elf am Vorabend lag, am hervorragenden Ergebnis der jüngsten Landtagswahl, am guten Wetter, an der verbindlichen Versammlungsleitung oder an den Kandidaten, ist nicht auszumachen. Jedenfalls war die Stimmung der Delegierten auf dem SPD-Parteitag am 23. Juni 2012 in der Gesamtschule Kaiserplatz so gut wie selten, und dementsprechend verlief die Veranstaltung in vollster Harmonie.

Die Delegierten waren zusammengekommen, um turnusgemäß einen neuen Vorstand zu wählen. MdB Bernd Scheelen, der die Partei sechs Jahre lang geführt hat, hatte sich von Anfang an das Ziel gesetzt, einen Generationenwechsel herbeizuführen. Das ist ihm jetzt gelungen: Die Delegierten haben dem 37jährigen Frank Meyer mit der überwältigenden Mehrheit von 95% der Stimmen das Vertrauen ausgesprochen und ihn zum Nachfolger Scheelens gewählt. Bereits im Jahre 2009 war Meyer auf Vorschlag Scheelens sein Nachfolger im Amt des Bürgermeisters geworden.

Dem neuen Vorsitzenden steht mit Uli Hahnen, seines Zeichens Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Landtags NRW, ein erfahrener Parteistratege zur Seite. Ina Spanier-Oppermann, ebenfalls gerade mit Bravour in den Landtag eingezogen, und Juso-Chef Benedikt Winzen komplettieren das Führungsquartett. Die bisherige stellvertretende Vorsitzende Dilan T. Ceylan hatte mit Rücksicht auf ihre Familie nicht erneut kandidiert.

Einige langjährige Vorstandsmitglieder sind auf eigenen Wunsch ausgeschieden, so u.a. die inzwischen 71jährige Gerda Schnell, die vier Jahre lang für die Schriftführung verantwortlich gewesen ist. Dieses Amt ist jetzt Ruth Esser-Rehbein anvertraut worden, die wie ihre Vorgängerin dem Ortsverein Krefeld-Mitte angehört. Auch Marcel Beging, Carmen Pelmter, Daniel Smolenaers und Christin Valk verzichteten auf eine neuerliche Kandidatur.

Christoph Aretz wurde mit großer Stimmenmehrheit in seinem verantwortungsvollen Amt als Schatzmeister bestätigt und ist somit weiterin für die Finanzen der Partei zuständig.

Etliche der neuen Beisitzer kommen wie Benedikt Winzen aus den Reihen der Jusos, so etwa Tim Croonenbrock, Simone Klein, Judith Nüßler, Björn Rüsing und Julian Seeger.

Neu im Vorstand sind außerdem: Doris Nottebohm, Gregor Prumbs, Anke Reese-Menn und Minevver Sahin. Die bisherigen Vorstandsmitglieder Karl-Ernst Brosch, Hans Butzen, Angela Gebhardt-Woelke, Wolfgang Pasch, Dirk Plaßmann und Karin Späth wurden in ihren Funktionen bestätigt.

Mit Spannung erwarteten die Delegierten die Ankunft Dr. Peter Strucks, dessen Laudatio eigentlich eine Überraschung für den scheidenden Parteivorsitzenden sein sollte. Dieser hatte aber doch noch vor der Veranstaltung Wind davon bekommen, und so erschien der Name des prominenten Gastes schon auf der Einladung zum Parteitag. Struck, heute Vorsitzender des Vorstands der Friedrich-Ebert-Stiftung, war von 2002 bis 2005 Bundesminister der Verteidigung sowie von 1998 bis 2002 und erneut von 2005 bis 2009 Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Deutschen Bundestag und hat daher lange Jahre mit Bernd Scheelen zusammengearbeitet.

Dr. Peter Struck würdigte die Verdienste Bernd Scheelens in einer launigen Rede, versäumte es aber nicht, die großartige Tradition seiner "ältesten demokratischen Partei der Welt" herauszustellen. Im nächsten Jahr werde die SPD 150 Jahre alt, da lohne sich ein Besuch der Archive und der Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung allemal.

In seiner Antrittsrede stellte Frank Meyer ebenfalls Bezüge zur großen Geschichte der SPD her und kündigte an, den Parteijubiläen 2013 und 2014 besondere Aufmerksamkeit schenken zu wollen. Er wolle die Beteiligung der Mitgliedschaft an der Willensbildung ausbauen und die SPD zu einer "Mitmach-Partei" weiterentwickeln.

Zum Schluss der Veranstaltung gab es jede Menge Geschenke: Blumen für die scheidenden Vorstandsmitglieder und für den neuen Vorsitzenden, eine Krawatte für Gastredner Dr. Peter Struck und eine "Luftgitarre" sowie zwei Eintrittskarten für ein Konzert seiner Lieblingsband Status Quo für Bernd Scheelen.

Ganz besonders mit Beifall bedacht wurde aber Ingrid Hack, die "beste Geschäftsführerin aller Zeiten", die am 13. Mai mit einem Super-Wahlergebnis wieder in den Landtag NRW eingezogen ist. Die Kölnerin hatte 2010 ihren Wahlkreis ganz knapp verloren und daraufhin die Geschäftsführung für die Unterbezirke Neuss und Krefeld hauptamtlich übertragen bekommen. Obgleich schon seit Mitte Mai nicht mehr beim Landesverband angestellt, macht sie neben ihrer Tätigkeit im Landtag in beiden Unterbezirken ehrenamtlich weiter, weil sie nicht "das Messer im Schwein stecken lassen" wolle. So viel Engagement honorierten die Delegierten mit euphorischem Applaus und einem ganz speziellen Rollköfferchen für die Fahrten von Köln nach Düsseldorf und zurück, denn Ingrid Hack hat nach eigenen Angaben zwar einen Führerschein, ist aber überzeugte Anhängerin des öffentlichen Nahverkehrs.