Planungsdezernent Martin Linne begleitet Ratsherrn Christoph Aretz auf einem Rundgang durch Elfrath

Christoph Aretz (links) und Martin Linne inmitten der Bürger
Christop Aretz (links) und Martin Linne mit den Bürgern beim Rundgang
Hier gibt Jürgen Hengst die Erläuterungen
Hier gibt Jürgen Hengst die Erläuterungen

Martin Linne, Krefelds neuer Planungsdezernent, hat sich nach eigenen Angaben vorgenommen, alle Bezirke der Seidenstadt so rasch als möglich kennenzulernen. Schon bald nach Dienstantritt unternahm er Begehungen mit den einzelnen Bezirksvertretungen, aber es blieben zwangsläufig weiße Flecken auf der Stadtkarte übrig. Deshalb ging er auch sofort freudig auf das Angebot des umtriebigen SPD-Ratsherrn Christoph Aretz ein, als der ihn einludt, sich in den Sommerferien mit dem mehr oder weniger vergessenen Stadtteil Elfrath vertraut zu machen. Ratsherr Jürgen Hengst, planungspolitischer Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion, ist ebenfalls mit von der Partie.

Gut 20 Anwohner und Vertreter der Bürgervereine Elfrath, Bruchhöfe und Zur Eibe folgen der Einladung ihres SPD-Vertreters im Krefelder Stadtrat und packen die Gelegenheit beim Schopfe, dem neuen Stadtplaner die negativen Seiten Elfraths zu zeigen, wobei die positiven Seiten durchaus nicht außen vor bleiben.

Gleich zu Anfang des Spaziergangs weist Aretz darauf hin, dass Elfrath von der Stadt praktisch abgeschnitten ist. Der Stadtteil verliere aufgrund seiner Lage zwischen Autobahn, Zubringer, Werner-Voß-Straße und Rather Straße zunehmend an Attraktivität. Das führe zur Überalterung der hier lebenden Bevölkerung, fehlendem Zuzug junger Familien und Verlust von wichtiger Infrastruktur.

Die Bewohner der zur Tangente ausgerichteten Häuser klagen über die unzumutbare Belastung durch den Autolärm. Alle Bemühungen der Wohnstätte, hier zumindest eine Reduzierung des Tempos zu erreichen, seien bislang fehlgeschlagen, berichtet Peter Schwarz, der Vertreter der Wohnungsgesellschaft, und Martin Linne hört aufmerksam zu. Er nimmt auch die beiden Rad- und Fußwegverbindungen zur benachbarten Gartenstadt in Augenschein, kann aber nicht versprechen, dass einer dieser Wege in absehbarer Zeit zu einer ordentlichen Straße ausgebaut werden kann. Linne ist jedoch sichtlich beeindruckt vom schlechten Zustand der Wege und der parallel zur Straßenbahn verlaufenden Unterführung. Er kann nachvollziehen, dass gerade die dunkle, ungepflegte Unterführung eine "mentale Bremse" sei, die besonders für Kinder und Jugendliche ein großes Hindernis darstelle. Hier könne man mit geringem Aufwand eine Verbesserung erreichen, meint er.

Heinz Ropertz, der Vertreter der Eibe-Bewohner, reklamiert eine Absicherung des Schulwegs für die Schulkinder, die aus den westlichen Wohngebieten "Zur Eibe" und "In den Mühlengärten" kommen. Die von den Kindern genutzte Strecke über die Straßenbahnschienen sei unübersichtlich und berge viele Gefahren.

In dem neuen Wohngebiet "In den Mühlengärten" warten die Anwohner mit einem besonderen Problem auf. Kurz vor Fertigstellung der Neubausiedlung wurden Parkplätze so angelegt, dass sie die Hauseingänge versperren. Bereits im Vorfeld des Rundgangs hatte Aretz die Beseitigung dieses unhaltbaren Zustandes eingefordert. Der Planungsdezernent zeigt sich verwundert darüber, dass eine solche Straßengestaltung überhaupt genehmigt worden ist. "Das ist ja wohl ein Treppenwitz", so sein Kommentar.

Martin Linne macht deutlich, Elfrath mache auf ihn trotz aller Mängel insgesamt einen positiven Eindruck. "Der öffentliche Raum ist gepflegt. Viele kleinteilige Probleme wie z.B. abgesackte Rad- oder Gehwegplatten lassen sich ohne großen Aufwand beseitigen".