Viel Prominenz beim Politischen Aschermittwoch der SPD Krefeld

v.l. Benedikt Winzen, Frank Meyer, Siegmund Ehrmann MdB, Michael Groschek
v.l. Benedikt Winzen, Frank Meyer, Siegmund Ehrmann MdB, Michael Groschek
Ina Spanier-Oppermann MdL und Sohn mit Minister Michael Groschek
Ina Spanier-Oppermann MdL mit Sohn und Minister Michael Groschek

Zum traditionellen Politischen Aschermittwoch der SPD Krefeld konnte Frank Meyer – zum ersten Mal in seiner neuen Funktion als Parteivorsitzender – in der Gaststätte Herbst Pitt neben zahlreichen weiteren prominenten Gästen wie den beiden Bundestagsabgeordneten Bernd Scheelen und Siegmund Ehrmann, der Landtagsabgeordneten Ina Spanier-Oppermann, dem Bundestagskandidaten Benedikt Winzen, dem Krefelder DGB-Vorsitzenden Ralf Köpke und dem SWK-Vorstand Carsten Liedtke auch den Landesminister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr, Michael „Mike“ Groschek, sowie die Europaabgeordnete Petra Kammerevert willkommen heißen.

Meyer sparte in seiner Begrüßungsansprache nicht mit Kritik am derzeitigen Oberbürgermeister und an den Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt. Dabei ging er vor allem auf die desolate Haushaltspolitik ein und sagte auch gleich, wer es besser kann. „Die SPD Krefeld hat keinen Cent Schulden, denn wir verstehen es, verantwortungsvoll mit Geld umzugehen. Das werden wir auch unter Beweis stellen, wenn wir für die Stadtfinanzen verantwortlich sind. Mit uns gäbe es weder das Kathstede-Denkmal für 20 Millionen auf dem Ostwall noch rote Ringe um 29.000 Laternen in Krefeld.“

Benedikt Winzen nahm in seinem Grußwort die aktuelle Bundespolitik aufs Korn und stellte schlagend unter Beweis, dass man ihn zu Recht zum Bundestagskandidaten gekürt hatte.

Bei der Bundespolitik setzte auch Minister Michael Groschek an. Er thematisierte – immer wieder von Applaus unterbrochen – sämtliche strittigen Politikbereiche, angefangen vom Betreuungsgeld über das Problem der Schrottimmobilien bis hin zum Länderfinanzausgleich. „Bayern wäre noch immer ein Land von Almdudlern, wenn es nicht über Jahrzehnte am finanziellen Tropf des Industrielands Nordrhein-Westfalen gehangen hätte“, stellte er unter dem Beifall der rund 120 Gäste klar. Zum Schluss seiner Ausführungen wünschte der Minister seinem Landtagskollegen Uli Hahnen, der sich zur Zeit einer Rehabilitationsmaßnahme unterzieht, weiterhin einen erfolgreichen Genesungsverlauf, und gratulierte sodann Ralf Oppermann, dem Ehemann von Ina Spanier- Oppermann MdL, zum Geburtstag. Benedikt Winzen und Siegmund Ehrmann spornte er an, im September die beiden Direktmandate für Krefeld zu erringen.

Bevor sich die Gäste am traditionellen Heringsstipp gütlich tun konnten, dankte der Bundestagsabgeordnete Siegmund Ehrmann dem Minister für seine aufmunternden Worte. „Das gibt uns Auftrieb für den Wahlkampf“. Der Politische Aschermittwoch der Krefelder SPD beweise, dass Politik weder langweilig noch staubtrocken sein müsse, und sie müsse auch nicht in Hinterzimmern stattfinden. Sein Appell an die Gäste: „Bis zur Bundestagswahl haben wir immerhin noch sieben Monate Gelegenheit, den Menschen unsere Vorstellungen von gerechter Politik nahe zu bringen. Lasst uns alles dafür tun, damit am 22. September alle SPD-Bundestagskandidaten vom Niederrhein in den Bundestag einziehen, um eine sozialdemokratisch geführte Bundesregierung unterstützen zu können.“

Die Rheinische Post Krefeld veröffentlichte am 14.02.13 folgenden Artikel:

SPD-Minister macht Hoffnung auf Fernzug-Halt
VON SEBASTIAN PETERS

NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) hat den Krefeldern gestern Abend beim Politischen Aschermittwoch Hoffnung auf einen Fernzug-Halt am Hauptbahnhof gemacht. Möglich machen könnte dies ein EU-Förderprogramm für den Schienenverkehr, mit dem ein durchgehender Zug von Eindhoven bis Düsseldorf finanziert werden soll – Krefeld liegt genau auf dieser Strecke. Groschek sagte vor Sozialdemokraten im Gasthaus Herbst Pitt: „Wir können einen Fernzug-Halt über den Umweg Eindhoven schaffen.“ Noch vor 2020 könnte nach dem Wunsch eines neuen Städtenetzwerks eine solche Linie realisiert werden. Neben konkreten Nachrichten für Krefeld war es Groschek vorbehalten, die Sozialdemokraten auf die Bundestagswahl einzustimmen. Er deklinierte das Sozialdemokratische anhand vieler Themen durch; im Gedächtnis bleibt die deftige Kritik am Süden Deutschlands, der Heimat von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Mit Blick auf mögliche Klagen wegen des Länderfinanzausgleichs sagte Groschek: „Bayern wäre heute noch ein Volk der Almdudler, wenn es nicht die NRW-Industriegeschichte gäbe.“

Der Krefelder SPD-Vorsitzende Frank Meyer, der mit Lebensgefährtin gekommen war, sprach zuvor erstmals die Begrüßungsworte zum Aschermittwoch. Mit Blick auf die finanziellen Schwierigkeiten der Krefelder CDU sagte Meyer: „Wir haben unsere Finanzen im Griff, wir sind diejenigen, die mit dem Geld der SPD gut umgehen, und wir könnten auch gut mit dem Geld dieser Stadt umgehen.“ Seine Attacke galt nahezu exklusiv – wie üblich am Aschermittwoch – dem Gegenspieler CDU. „Ein Hühnerhaufen ist eine stramme Kampfformation im Vergleich zur CDU“, sagte Meyer. Krefelds Oberbürgermeister Kathstede betreibe „Fotopolitik“ -ihm seien öffentliche Auftritte lieber als das politisch Notwendige.

Der SPD-Bundestagskandidat Benedikt Winzen nutzte danach die Bühne, um seine Genossen auf die Bundestagswahl einzustimmen – und begrüßte die Gäste von auswärts mit Lokalpatriotismus: „Willkommen in Krefeld, der schönsten Stadt am Niederrhein.“