Doris Nottebohm: „Die UN-Behindertenrechtskonvention hat Inklusion zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe gemacht“

Doris Nottebohm
Doris Nottebohm

Die UN-Behindertenrechtskonvention ist am 3. Mai 2008 in Kraft getreten, nachdem die ersten 20 Staaten das Übereinkommen ratifiziert hatten. Zum fünften Jahrestag der Ratifizierung erklärt Doris Nottebohm, sozialpolitische Sprecherin und Inklusionsbeauftragte der Krefelder SPD-Ratsfraktion:

„Das Land Nordrhein-Westfalen nimmt sich der Aufgaben an, die sich aus der UN-Behindertenkonvention ergeben. Mit dem 2012 verabschiedeten Aktionsplan ‚Eine Gesellschaft für alle‘, der nun schrittweise in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen umgesetzt wird, beschreitet NRW einen Weg, der auch für andere Bundesländer beispielhaft ist.

Bei uns leben 2,7 Millionen Menschen mit Behinderungen. Für sie hat die UN-Behindertenrechtskonvention das Signal für einen Paradigmenwechsel von Integration zur Inklusion gesetzt. Vorher ging es nur darum, Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen gewissermaßen gesellschaftsfähig zu machen. Jetzt muss die Gesellschaft für die gleichberechtige Teilhabe von Menschen mit Behinderungen umgestaltet werden.

Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die deswegen auch einen ganzheitlichen Blick erfordert – ausgehend von frühkindlicher Bildung über Schule, Ausbildung und Berufsleben zur Entwicklung unserer Wohn- und Stadtquartiere. Deswegen wird auch die Partizipation von Menschen mit Behinderung und ihren Interessensverbänden an den kommunalen Gestaltungsprozessen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erforderlich sein.

Wie auf der Landesebene wollen wir die Mitwirkung der Menschen mit Behinderung als ‚Experten in eigener Sache‘ auch in Krefeld zur Selbstverständlichkeit machen.“