SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück spricht Klartext in der überfüllten Kulturfabrik

Kanzlerkandidat Peer Steinbrück inmitten des Krefelder Jusovorstands; v.l. Robin Leger, Tim Croonenbrock, Maxi Leuchters, Caroline Holtey und Constantin Meyer
Kanzlerkandidat Peer Steinbrück inmitten des Krefelder Jusovorstands; v.l. Robin Leger, Tim Croonenbrock, Maxi Leuchters, Caroline Holtey und Constantin Meyer
Peer Steinbrück mit dem Bundestagskandidaten Benedikt Winzen
Peer Steinbrück mit Benedikt Winzen

In Krefeld ließ Peer Steinbrück die Bombe platzen: "Ich bin für schwarz-gelb. Aber nur beim Champions League Finale!" Auf ein 6 zu 4 für Borussia Dortmund tippte der SPD-Kanzlerkandidat in der "Klartext"-Veranstaltung gestern in Krefeld. Parteivorsitzender Frank Meyer begrüßte den hohen Besuch in der Kulturfabrik vor "ausverkauftem" Haus. Zu den 500 Gästen gehörten auch die beiden Krefelder SPD-Bundestagsabgeordneten Siggi Ehrmann und Bernd Scheelen, Bundestagskandidat Benedikt Winzen, die Landtagsabgeordneten Ina Spanier-Oppermann und Uli Hahnen sowie der Generalsekretär der NRW SPD, André Stinka.

Peer Steinbrück sagte gleich zu Beginn, dass er nicht gekommen sei, um lange Reden oder frontale Referate zu halten. Der Abend solle ganz im Zeichen des Austausches, des Gesprächs und des gegenseitigen Zuhörens stehen. Und so begann der Abend auch sofort mit den ersten Fragen aus dem Publikum, welches von der Möglichkeit, mit dem Kanzlerkandidaten der SPD diskutieren zu können, rege Gebrauch machte.

Steinbrück betonte, seine Leitlinie für das Amt des Bundeskanzlers sei soziale Gerechtigkeit, gepaart mit ökonomischer Vernunft. Mit ihm als Kanzler werde die Vermögenssteuer wieder eingeführt, es werde auch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes geben, jedoch keine Besteuerung der Substanz von Unternehmen. Er strebe den Ausbau von Kita-Plätzen an, die Rücknahme des Betreuungsgeldes, das Abschmelzen der Kinderfreibeträge für höhere Einkommen zugunsten eines höheren Kindergeldes für Gering- und Mittelverdiener, die Begrenzung von Mieterhöhung bei Neuverträgen auf zehn Prozent und eine Pflicht zur Übernahme von Maklercourtagen für Vermieter und Verkäufer.

Nach über zwei Stunden der Diskussion bedankte sich der Krefelder SPD-Vorsitzende Frank Meyer mit einem Gruß aus der Samt- und Seidenstadt, einer roten Krawatte. "Wir werden im Fernsehen beobachten, ob Du die Krawatte auch wirklich trägst", scherzte Meyer in seinem Schlusswort.