Die SPD ehrt ihre Jubilare in der Burg Linn

Die Jubilare Bernd Scheelen MdB und Monika Scheelen überreichen Franz Müntefering hier gemeinsam mit Uli Hahnen MdL und Benedikt Winzen eine Krefelder Krawatte. Foto: Mathis Wienand
Die Jubilare Bernd Scheelen MdB und Monika Scheelen überreichen Franz Müntefering hier gemeinsam mit Uli Hahnen MdL und Benedikt Winzen eine Krefelder Krawatte. Foto: Mathis Wienand
Das FREISPIEL-Ensemble bringt auch Frank Meyer und Franz Müntefering zum Lachen. Foto: Mathis Wienand
Das FREISPIEL-Ensemble bringt auch Frank Meyer und Franz Müntefering zum Lachen. Foto: Mathis Wienand

Es ist mittlerweile gute Tradition, dass die SPD Krefeld ihre Jubilare in den Rittersaal der Burg Linn einlädt, um sie dort in festlichem Rahmen zu ehren. Der Saal wäre aus allen Nähten geplatzt, wenn alle 100 Jubilare der Jahre 2012 und 2013 dieser Einladung Folge geleistet hätten. Aber auch trotz einiger – meist gesundheitsbedingter – Absagen konnte Parteivorsitzender Frank Meyer immer noch zahlreiche Sozialdemokraten begrüßen, die ihrer SPD seit 25, 40 oder sogar 50 Jahren die Treue halten. Darüber hinaus gab es eine Reihe von Ehrengästen, unter ihnen Ex-Vizekanzler Franz Müntefering, Alt-Oberbürgermeister Willi Wahl, Ina Spanier-Oppermann MdL, Fraktionsvorsitzender Uli Hahnen MdL sowie die beiden Bundestagskandidaten Siegmund Ehrmann MdB und Benedikt Winzen.

Größte Heiterkeit lösten die Schauspieler vom KRESCHtheater rund um Silvia Westenfelder mit ihrem beliebten FREISPIEL aus, bei dem sie auf Zuruf herrlich komödiantisch agieren und es immer wieder schaffen, die Zuschauer (vor allem die prominenten) in ihr Spiel einzubeziehen.

Hier die Namen der Genossen, die am 26. Mai 2013 auf der Burg Linn geehrt worden sind.

Für 25 Jahre Treue zur SPD: Lieselotte Betz, Elke Diekmann, Martina Ehnert, Marlies Haiduk, Hartmut Kropp, Jürgen Oppers, Dirk Plaßmann, Friedrich Reinhold, Günther Reipen, Christine Schneppe, Erika Steiner-Steffen, Ursula-Maria Voß, Gerome Wiedelbach, Horst Zaja.

Für 40 Jahre Treue zur SPD: Ursula Baier, Hans Becker, Willi Becker, Roland Brockers, Christoph Dahmen, Ellen Dams, Dr. Hansjürgen Tacken, Peter Giesen, Karl-Heinz Höffgen, Karl Heinz Hoffmann, Prof. Dr. Heinz Klinkhammer, Helmut Kupski, Günter Lohmann, Claus Minwegen, Rolf Niemueller, Angelika Pick, Bernd Scheelen MdB, Monika Scheelen, Martin Staudacher, Hans Stawski, Christian Steingräber, Jan Wolf.

Für 50 Treue zur SPD: Anni Hanisch, Eva Staudacher, Heinz Wiedelbach.

Die Rheinische Post Krefeld veröffentlichte am 27. Mai 2013 folgenden Artikel:

Ex-Vize-Kanzler spricht vor Krefelder Genossen

Das SPD-Urgestein Franz Müntefering widmete sich der Ostpolitik und hob das Privileg der Demokratie hervor.

VON MAX HERMES

Die zwei mächtigen Flaggenmasten vor der Burg Linn grüßen den ehemaligen SPD-Vorsitzenden und Vize-Kanzler Franz Müntefering schon von weitem. Er ist nach Krefeld gekommen, um Parteimitgliedern zu deren Jubiläen zu gratulieren, und zu seinen Ehren hängen jetzt riesige SPD-Fahnen vor dem Eingangsportal der Burg. Im großen Rittersaal mit seinem staubig wirkenden Holzboden und den beeindruckenden Kerzenleuchtern haben die Genossen ihrem Idol eine Bühne aufgebaut. Der Raum ist durchaus schick, aber nicht piekfein, die Sozialdemokraten kokettieren mit ihrem bodenständigen Image.

Bürgermeister Frank Meyer greift zur Begrüßung Münteferings ein Zitat des 73-Jährigen auf, der einst behauptete, das Amt des SPD-Vorsitzenden sei für ihn das schönste nach dem des Papstes. "Du warst sogar zweimal oberster Genosse, das kann ein Papst nicht schaffen." Gelächter im Saal, und Müntefering tritt unter Applaus der gut 50 Parteimitglieder auf die Bühne. "Wenn es die SPD nicht gäbe, wären Demokratie und Gleichberechtigung nicht in dem Maße möglich, wie wir sie heute als Fortschritt begreifen", legt das Urgestein flammend los. Schwarzer Anzug, graue Krawatte, schlanke Statur: Der ehemalige Arbeitsminister wirkt auch gegen Ende seiner politischen Laufbahn – bei der kommenden Bundestagswahl will er nicht mehr kandidieren – gestählt und aktiv wie zu seiner Blütezeit. Er spricht ausführlich über die 1960-er Jahre, in denen viele der anwesenden Jubilare in die Partei eingetreten sind. "Die Bundesrepublik war damals ein ziemlich vermieftes Land, teilweise reaktionär. Es gab zunächst keine wirkliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus."

Besonders die Verdienste Willy Brandts würdigt Müntefering intensiv, spricht immer wieder von dessen erfolgreicher Ost-Annäherung. "Ihr müsst den Wandel suchen und nicht die Welt in Ost und West geteilt lassen", dies sei eine der beeindruckendsten Botschaften, die der damalige Kanzler mitgegeben habe. In seiner 35-minütigen Rede kommt Franz Müntefering gänzlich ohne Manuskript aus. Weitgehend sparsam geht der 73-Jährige mit Gesten um, spreizt nur hier und da die Finger, wenn es ihm besonders wichtig ist, und klammert die Hände ansonsten an das hölzerne Rednerpult. Als elementare Aufgabe der Gegenwand begreift er es, die Demokratie zu verteidigen. "Die größte Gefahr besteht darin, zu glauben, dass nicht alle Menschen gleich sind."

Und die Westdeutsche Zeitung Krefeld schrieb am 27. Mai 2013:

Franz Müntefering ehrt Krefelder SPD-Mitglieder

Im Rittersaal der Burg Linn hat die SPD am Sonntagmorgen langjährige SPD-Mitglieder geehrt. Unter den Jubilaren waren viele bekannte Namen, unter anderem Bernd und Monika Scheelen (beide 40 Jahre Mitglied), der ehemalige Landtagsabgeordnete Helmut Kupski (40 Jahre) und Fraktionsgeschäftsführer Dirk Plaßmann (25 Jahre). Ehrengast war der frühere SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, der den langjährigen Mitgliedern gratulierte. …… Der frühere Vizekanzler sprach vor rund 50 Anwesenden schließlich über die Verdienste Willy Brandts und dessen Ost-Annäherung sowie über die enorme Bedeutung der Demokratie.

Im StadtSpiegel Krefeld konnte man am 29. Mai 2013 lesen:

Münte redet von alten Zeiten

Die Seidenstadt ist ein begehrter Auftrittsort prominenter Sozialdemokraten. Nach Peer Steinbrück in der Kufa …. zog es jetzt den ehemaligen Bundesarbeitsminister Franz Müntefering nach Krefeld. Auf Burg Linn ehrte das SPD-Urgestein verdiente Sozialdemokraten. Müntefering erzählte von alten Zeiten, als die SPD mit dem Slogan "Willy wählen!" Wahlen gewann und Kanzler Brandt die Ostannäherung voranbrachte. Der Redner kam dabei gänzlich ohne Manuskript aus. Unter den Geehrten war auch Anni Hanisch, die der Partei seit 50 Jahren die Treue gehalten hat. Auch Bernd und Monika Scheelen (40 Jahre Mitgliedschaft) und der ehemalige Landtagsabgeordnete Helmut Kupski (40 Jahre) wurden ausgezeichnet.