Ina Spanier-Oppermann will helfen, ein architektonisches Juwel zu retten

v.l. Klaus Reymann, Gerda Schnell, Ina Spanier-Oppermann, Florian Monheim, Barbara Opitz, an der Wand die "Seidenblume", ein Terrakottarelief von Ewald Mataré. Foto: Jan-Philip Mohning
v.l. Klaus Reymann, Gerda Schnell, Ina Spanier-Oppermann, Florian Monheim und Barbara Opitz vor der Poelzig-Villa, an der Wand die "Seidenblume", ein Terrakottarelief von Ewald Mataré
v.l. Florian Monheim, Jan-Philip Mohning, Ina Spanier-Oppermann MdL, Klaus Reymann. Foto: Gerda Schnell
v.l. Florian Monheim, Jan-Philip Mohning, Ina Spanier-Oppermann MdL, Klaus Reymann

"Ein großes Theater und ein kleines Haus", hat Hans Poelzig einmal gesagt, "sind die schwersten Aufgaben für einen Architekten." Wahrscheinlich nur ein einziges Mal hat der berühmte expressionistische Architekt ein Einfamilienhaus für einen privaten Bauherrn errichtet, und das steht – nahezu unbeachtet von den Einheimischen – an der Kliedbruchstraße in Krefeld.

Vor einigen Jahren war der Abbruch des lange leerstehenden Gebäudes schon vorgesehen, da schritt die Denkmalpflege ein und stellte es in letzter Minute unter Schutz. Aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde das Haus aber erst von den Fotografen Florian Monheim und Barbara Opitz, die es 2006 gekauft und dann liebevoll und mit großem Aufwand saniert haben.

Mit Liebe und Hingabe ist es jedoch nicht getan, wenn ein architektonisches Juwel wie dieses wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden soll. So ein Unternehmen kostet eben auch viel Geld. Zwar hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Sanierung im vergangenen Jahr mit 20.000 Euro gefördert, aber das reicht noch nicht einmal für die allernötigsten Arbeiten. Bereits vor zwei Jahren hat sich das Ehepaar Monheim-Opitz hilfesuchend an das Land NRW gewandt. Nach § 35 Denkmalschutzgesetz fördert das Land nämlich den Schutz und die Pflege von Denkmälern durch Gewährung von Landesmitteln. Die Enttäuschung war groß, als jetzt ein abschlägiger Bescheid ins Haus flatterte.

Das hat dem bekannten Krefelder Architekten Klaus Reymann, der die Sanierung auch dieses Denkmals begleitet, keine Ruhe gelassen. Der Vorsitzende der Krefelder Baudenkmal-Stiftung wandte sich an die SPD-Fraktion im Rat der Stadt, und schon wenige Tage später stattete Ina Spanier-Oppermann MdL in Begleitung ihres Mitarbeiters Jan-Philip Mohning sowie der Vorsitzenden des Denkmalausschusses, Gerda Schnell, der Poelzig-Villa einen Besuch ab. Die Landtagsabgeordnete hatte sich vorab den Schriftwechsel in Sachen Förderantrag besorgt und mit Leben und Werk des bedeutenden Architekten Hand Poelzig vertraut gemacht.

Sie staunte dennoch nicht schlecht, als Florian Monheim den Besuchern einen Tisch zeigte, auf dem insgesamt 42 Bücher über Hans Poelzig von verschiedenen renommierten Autoren lagen. Sogar Theodor Heuss hat kurz nach dem Krieg ein solches Buch geschrieben, der Titel lautet: „Hans Poelzig – das Lebensbild eines deutschen Baumeisters“.

Nach dem Rundgang durch Haus und Garten versprach eine sichtlich beeindruckte Ina Spanier-Oppermann, sich bei Michael Groschek, dem Landesminister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, für eine finanzielle Förderung der denkmalpflegerischen Arbeiten in und an der Poelzig-Villa einzusetzen.