Wolfgang Merkel: Das waren drei anstrengende Tage!

Siegmund Ehrmann MdB trifft Wolfgang Merkel auf dem Bundesparteitag
Siegmund Ehrmann MdB trifft Wolfgang Merkel auf dem Bundesparteitag
Wolfgang Merkel und Sigmar Gabriel
Wolfgang Merkel und Sigmar Gabriel

Wolfgang Merkel, Vorsitzender der SPD Krefeld-Nord-Ost, zeigte sich nach seiner Rückkehr aus Leipzig, wo er die SPD Krefeld als ordentlicher Delegierter vertreten hatte, zwar zufrieden, aber auch ein wenig enttäuscht. "Die vielen Wahlgänge und die Arbeit am Programm haben uns leider keine Zeit gelassen, die Schönheiten der "Heldenstadt" vom Jahr 1989 kennenzulernen."

Das fing immer schon morgens um 8:00 Uhr an mit einer Besprechung der Delegierten aus Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit Hannelore Kraft. Und endete nach anstrengenden Stunden frühestens abends um 20:30 Uhr. Dennoch, findet Merkel, möchte er diese drei Tage nicht missen. Sie seien gerade deshalb so spannend gewesen, weil sich die Partei an einer historischen Schnittstelle befinde: Nach einer verlorenen Bundestagswahl in Koalitionsverhandlungen mit CDU und CSU und vor einem Mitgliedervotum.

Leidenschaftlich habe die Parteispitze für ihre Position geworben, berichtet er, und auch er ist der Meinung: Eine 25%-Partei kann niemals 100% der Erwartungen erfüllen. Die Stimmung unter den Delegierten sei überwiegend skeptisch, in Teilen sogar ablehnend gewesen, was sich natürlich auch im Ergebnis der Vorstandswahlen niedergeschlagen habe.

Und dann das: Sigmar Gabriel geht am Samstag, kurz vor dem Ende des Parteitages, noch einmal ans Rednerpult, kampfbereit, und nennt die Kernforderungen unserer Partei: Mindestlohn, Rente und doppelte Staatsbürgerschaft – ohne die drei Punkte gehe überhaupt nichts: "Jetzt müsst ihr liefern, liebe Leute von der Union", habe er in den Saal gerufen. "Wenn das alles im Koalitionsvertrag steht, verdammt noch mal, dann dürfen wir doch keine Zweifel daran lassen, dass wir den unterschreiben und in der SPD mehrheitsfähig machen. Wenn die Führung am Ende wackelt, dann wackelt die ganze Partei, und dann geht es um mehr als um eine Koalitionsvereinbarung." Die Delegierten waren sichtlich beeindruckt und dankten ihm mit "standing ovations". Damit ging erst ganz zum Schluss der erhoffte Ruck durch den Parteitag und die Delegierten kamen im doppelten Wortsinn in Aufbruchstimmung, um in den Unterbezirken und Ortsvereinen vom Parteitag zu berichten und die Flamme weiterzutragen.

Wolfgang Merkel freute sich, als er mit Siegmund Ehrmann MdB ein vertrautes Gesicht unter den vielen Teilnehmern des Parteitags erblickte. Und dass er Gelegenheit hatte, sich kurz mit Sigmar Gabriel zu unterhalten, machte ihn doch ein wenig stolz.