SPD-Protest gegen Todesurteil für neun große Bäume auf dem Ostwall

Wenn gesunde Bäume sterben müssen, weint sogar der Himmel. Jedenfalls zeigte sich Petrus solidarisch mit den Demonstranten, als diese jetzt gegen die bevorstehende Fällung von neun schönen alten Bäumen auf dem Ostwall Protest einlegten.

Bekanntlich plant die Ratsmehrheit von CDU, FDP, UWG und Grünen, die Haltestelle Ostwall-Rheinstraße mit einem riesigen und sehr teuren Glasgewölbe zu überdachen, und diesem Unternehmen stehen die Bäume im Wege.

Zuvor hatte die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Mitte noch den Versuch unternommen, die Bäume zu retten. Doch ihr Antrag, die Bäume wenigstens nicht zu fällen, sondern vielmehr umzupflanzen, stieß bei den Vertretern der anderen Fraktionen auf erbitterten Widerstand und fand somit keine Mehrheit.

Damit wollten sich Anke Drießen-Seeger und ihre Fraktionskollegen nicht abfinden. „Mir fehlt jedes Verständnis für diesen respektlosen Umgang mit der Natur“, entrüstet sich die Ratsfrau. „Ich bin es leid, dass für Baumaßnahmen in der Stadtmitte immer wieder Bäume sterben müssen.“ Mit Flugblättern, Plakaten und Grabkerzen bewaffnet versammelte sich eine ganze Gruppe von empörten Sozialdemokraten, unter ihnen Ratsfrau Gerda Schnell und der planungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Jürgen Hengst, sowie die Rats- und Bezirksvertretungskandidaten Oliver Leist, Gregor Waschau, Karin Späth, Björn Rüsing, Wolfgang Merkel und Mathias Halmer im betroffenen Haltestellenbereich und klärte Passanten und Fahrgäste über das traurige Vorhaben auf. Viele Bürger zeigten sich ebenfalls entsetzt und stimmten dem Protest zu.

An den zum Tode verurteilten Bäumen befestigten die Demonstranten Plakate in Form von Todesanzeigen und stellten Grabkerzen auf. Die knallroten Schirme, die normalerweise einfach nur Aufmerksamkeit erregen sollen, kamen diesmal ganz profan als Schutz gegen den strömenden Regen zum Einsatz. Wie gesagt, wenn gesunde Bäume sterben müssen, weint sogar der Himmel.