Ein letztes Fest für Harry Walter

Harry Walter
Harry Walter

Sein Kontrahent von der CDU, der einstige Bundesgeschäftsführer Peter Radunski, nannte ihn den „Vater der politischen Werbung in Deutschland“. Er verhalf Ministerpräsidenten, Kanzlern und Staatspräsidenten zu teilweise spektakulären Wahlsiegen. Am 31. Dezember 2013 ist er im Alter von 84 Jahren verstorben, Harry Walter, der langjährige Wahlkampfmanager der SPD. Zwischen 1969 und 1980 verantwortete er unter anderem die Wahlkämpfe für Willy Brandt und Helmut Schmidt. Er war jedoch nicht nur in Deutschland erfolgreich tätig, sondern darüber hinaus auch in Südamerika, Israel und Österreich.

Walters private und politische Heimat war jahrzehntelang die Stadt Krefeld. Im Jahre 2007 hat ihn die SPD der Seidenstadt für 60jährige Parteimitgliedschaft auf der Burg Linn geehrt. Zuletzt lebte er mit seiner Familie in Kanada, wo er auch gestorben ist. Ihn und sein Lebenswerk geehrt haben jetzt in einer "Celebration of Life" seine Witwe, Petra Karthaus-Walter, sein Sohn, sein Enkelsohn, Freunde und Weggefährten aus Deutschland, Europa und darüber hinaus sowie zahlreiche Vertreter der Krefelder SPD.

Uli Hahnen MdL, der die Veranstaltung im Namen seiner Partei eröffnete, konnte 200 Gäste begrüßen, darunter Schlagerstar Wencke Myhre, mit der Walter seit Jahrzehnten gut befreundet gewesen war, die SPD-Urgesteine Friedhelm Farthmann und Jürgen Büssow, Walters Schwager Nathan Davis, ein international angesehener Saxophonist, der extra aus den USA eingeflogen war um „Harry’s Blues“ zu spielen, und viele weitere. Sie alle waren der Einladung in die Museumsscheune in Krefeld-Linn gefolgt und erlebten einen politischen, menschlichen, informativen und bewegenden Nachmittag.

Neben einigen langjährigen Weggefährten kam auch die jüngere Generation zu Wort. Als eine heute 29jährige frühere Auszubildende von Harry Walter sprach und danach eine ebenso junge Wissenschaftlerin, die ihre Diplomarbeit über den Wahlkampfmanager Harry Walter verfasst hat, wurde deutlich, welche Strahlkraft Harry Walter bis zuletzt gehabt hat. „Mir werden vor allem diese beiden Wortbeiträge in Erinnerung bleiben“, sagte Uli Hahnen sichtlich beeindruckt.