Gisela Klaer, die „neue Chefin im Nordbezirk“

Gisela Klaer

"Die neue Chefin im Nordbezirk" titelte die Rheinische Post Krefeld am 16. August 2014. Gemeint war Gisela Klaer, die kurz zuvor zur Bezirksvorsteherin dieses Stadtteils gewählt worden war, nachdem sie am 25. Mai schon den Sprung in den Stadtrat geschafft hatte.

Auch die Westdeutsche Zeitung Krefeld hatte über das bemerkenswerte Ereignis berichtet, und zwar schon am 15. Juli 2014.

Wir drucken beide Artikel hier ab.

Die neue Chefin im Nordbezirk
Gisela Klaer, neue Vorsteherin in Krefeld-Nord, bildet als geprüfte Heilpraktikerin Schüler in diesem Beruf aus. In ihrem Bezirk will sich die Sozialdemokratin besonders der Themen Infraschall, Kindergärten, Hökendyk und Jugendarbeit annehmen.
VON JOCHEN LENZEN (RP 16.08.14)

Nordbezirk / Eines vorweg: Der vierte Buchstabe ihres Nachnamens ist kein Dehnungs-e, und so wird er „Klär“ ausgesprochen. „Aber das ist nicht so wichtig“, sagt Gisela Klaer, die bei den jüngsten Kommunalwahlen erstmals für die SPD in den Stadtrat gewählt wurde und seit dem 2. Juli neue Vorsteherin des Stadtbezirks Krefeld-Nord ist. Die 56-jährige Mutter dreier erwachsener Kinder ist eine eher bedächtige Person, die sich nicht in den Vordergrund drängt. Gleichwohl musste sie nicht überredet werden, sich für dieses Amt zur Verfügung zu stellen. „Ich freue mich sehr, und es ist für mich eine Ehre, als Bezirksvorsteherin arbeiten zu dürfen“, sagt die gebürtige Leverkusenerin, die in Köln aufgewachsen ist.

1986 ist sie mit ihrem Mann Ralph-Harry Klaer – heute Vorsitzender der SPD Nord und ebenfalls Mitglied der Bezirksvertretung – von Köln nach Krefeld gezogen, weil er damals hier an der Hochschule Niederrhein studierte. „Und wir sind gleich in den Nordbezirk an den Girmesdyk gezogen“, erzählt die gelernte Chemielaborantin. 1989 folgte der Umzug ins idyllisch am Leykesdyk neben dem Kleingartengelände Weyerhof gelegene Eigenheim.

Im selben Jahr trat die damals 31-jährige Gisela Klaer in die SPD ein. „Da waren die Republikaner gerade in den Berliner Senat eingezogen, und ich wollte etwas gegen Rechtsextremismus tun“, erklärt sie ihre Motivation. Anfangs war sie besonders im Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen aktiv und wurde schon ein Jahr später in die Bezirksvertretung Nord gewählt.

Für die sportive Mittfünfzigerin, die in ihrer Jugend als Ruderin Leistungssport betrieb, ist die Gesundheit ein zentrales Thema. „Da freute es mich besonders, dass ich als Ratsfrau – neben dem Planungsausschuss – auch im Ausschuss für Soziales und Gesundheit mitarbeiten kann. 2001 hat Gisela Klaer die Prüfung zur Heilpraktikerin bestanden und bildet seit neun Jahren als freiberufliche Dozentin an zwei Privatschulen in Essen und Kleve Schüler in diesem Beruf aus. „Zuvor habe ich acht Jahre lang als Übungsleiterin beim Sport- und Bäderamt Krefeld Fitness-Sport-Kurse und in zwei Vereinen Kurse für Herz- und für Diabetessport gegeben.

Als wichtige Themen im Nordbezirk nennt Gisela Klaer zuerst den Infraschall, dem es auf den Grund zu gehen gelte. Gleich darauf folgt ihr Wunsch, die Kindergartensituation zu verbessern. „Wir wollen die Anzahl der Plätze ausbauen, den Fortbestand der Kita Girmesdyk sichern und uns für den Neubau einer Kindertagesstätte in Kliedbruch einsetzen.“ Darüber hinaus möchte sie geklärt wissen, ob die Kastanien am Hökendyk komplett gefällt und eine Allee aus andersartigen Bäumen geschaffen werden soll oder ob einzelne Kastanien nacheinander durch andere Bäume ersetzt werden sollen. „Wir warten jetzt auf das angekündigte Konzept der Verwaltung.“

Neben diesen Themen liegen ihr der Erhalt der Bezirksverwaltungsstelle am Moritzplatz und die Jugendarbeit im Kempener Feld am Herzen. Und sie will unbedingt in jeder Sitzung der Bezirksvertretung eine Bürgerfragestunde einrichten. Schließlich nennt sie die „dringend notwendige Sanierung von Radwegen“ – auch weil sie leidenschaftliche Radfahrerin ist. „Das Fahrrad ist mein Hauptfortbewegungsmittel innerhalb Krefelds. Auch bei unseren Reisen zur Nordsee und nach Südtirol nehmen wir immer unsere Räder mit“, sagt Gisela Klaer.

Wenn sie in ihrer Freizeit mit ihrem Mann – die Kinder sind längst aus dem Haus – nicht am Niederrhein radelt, gehen die beiden gern zu Schauspiel- und Konzertbesuchen ins Theater. „Und wenn dann neben der Haus- und Gartenarbeit noch Zeit bleibt, lese ich schon mal einen Kriminalroman.“

Lebenslauf in Zahlen
Gisela Klaer lebt seit 28 Jahren im Nordbezirk

Geboren am 5. Juli 1958 in Leverkusen; aufgewachsen in Köln. Nach einer Lehre als Chemielaborantin 1985 Abitur an einer Kölner Abendschule und Heirat mit Ralph-Harry Klaer. 1986 Umzug nach Krefeld; 1989 Eintritt in die SPD und seit 1990 Bezirksvertreterin. Seit 1992 mit Pausen Schöffin am Landgericht Krefeld. 2001 Prüfung als Heilpraktikerin. 2014 Wahl in den Stadtrat und zur Vorsteherin im Bezirk Krefeld-Nord.

„Ich wollte ein Zeichen setzen“
NORD // Gisela Klaer ist neue Vorsteherin im Nordbezirk. Im Amt bleiben will sie allerdings nur vier statt sechs Jahre.

Von Egon Traxler (WZ 15.07.14)

Nach 16 Jahren musste der christdemokratische Vorsteher der Bezirksvertretung (BZV) Nord, Wolfgang Feld, seiner bisherigen Stellvertreterin Gisela Klaer (SPD) Platz machen. Die 56 Jahre alte Heilpraktikerin, die bei den jüngsten Wahlen auch in den Rat der Stadt gewählt wurde, stützte sich dabei auf die Stimmen der beiden Grünen und der Vertreterin der Linken.

„Die Interessen der Bürger gehören in den Vordergrund. Mehr Transparenz möchten wir von Verwaltung und Politik.“

„Ich stehe dafür, dass es hier mit jetzt sechs Fraktionen weiterhin fair verläuft, wie bisher“, betonte sie beim Amtsantritt in der Kleingarten-Kantine „Rosengarten“ am Kanesdyk. Neben den genannten Parteien sind noch die AfD und die FDP mit je einem Mitglied in der BZV vertreten. Eine Besonderheit zeichnet Nord aus. Nach vier von insgesamt sechs Jahren, so ist es abgesprochen, will Gisela Klaer ihre Funktion an Jörg Thiele (B’90/Grüne) abgeben.

Die gebürtige Leverkusenerin fährt gern Fahrrad und wandert

Bezirksverordnete ist Gisela Klaer seit 1991, zwei Jahre zuvor war sie der SPD beigetreten. „Ich wollte ein Zeichen setzen gegen die Republikaner, die damals in den Berliner Rat eingezogen waren“, begründet sie das. Als politische Schwerpunkte nennt die neue Vorsteherin „Radwegekonzepte, Verkehrssicherheit, Infraschall, Baumpflege/Erhalt.“ Der SPD-Ortsverein hat in seiner Programmatik den Erhalt der Bezirksverwaltungsstelle Nord am Moritzplatz ganz oben auf seine Agenda gesetzt.

Die Neuen Bezirksvorsteher

Generell gehörten „die Interessen der Bürger in den Vordergrund. Mehr Transparenz möchten wir von Verwaltung und Politik.“ Die Mutter dreier Kinder nennt als Hobbys Fahrradfahren, Wandern, Theater- sowie Konzertbesuche und Lesen. Die gelernte Chemielaborantin ist verheiratet mit Ralph-Harry Klaer, der gleichzeitig Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Nord und ihr BZV-Kollege ist.

Die neue Vorsteherin war in ihrer Jugend Leistungssport-Ruderin in Köln und später als Schöffin am Krefelder Amtsgericht tätig. Außerdem ist sie Sport-Übungsleiterin. Vor 14 Jahren legte sie erfolgreich die Prüfung zur Heilpraktikerin ab und ist heute auf diesem Gebiet in Düsseldorf, Essen und Kleve als Dozentin tätig. In der Stadt findet die gebürtige Leverkusenerin besonders das Gemeinschaftstheater und das Grün hervorhebenswert. Möglich wurde ihre Wahl, weil sie und ihre Partei bei den jüngsten Kommunalwahlen im Mai um über fünf Prozentpunkte zulegen konnten. Damit verbunden waren fünf Mandate für die BZV, statt vier wie bisher.