Frank Meyer : Nach atemberaubender Rede einstimmig gewählt

Frank Meyer. Foto: Dietbert Wendler
Frank Meyer. Foto: Dietbert Wendler

Die SPD Krefeld hat Frank Meyer einstimmig zu ihrem OB-Kandidaten gekürt. Dergleichen hat diese Partei noch nie erlebt, jedenfalls nicht in den letzten 40 Jahren, das kann die Verfasserin dieser Zeilen versichern.

Mit seiner glänzenden Rede hat der Kandidat schlichtweg alle mitgenommen, vom gutverdienenden Akademiker bis zur Altenpflegerin, vom Studenten bis zum Rentner. 55 Minuten der freien Rede, ohne Papier in der Hand und ohne Souffleuse, kein Versprecher, kein Stocken, kein wichtiges Thema auslassend, einfach großartig.

Mit standing ovations feierten die Delegierten ihren Vorsitzenden, der Jubel wollte kein Ende nehmen. Glücklich diejenigen, die dabei gewesen sind, bedauernswert alle, die diese Sternstunde in der Geschichte der SPD Krefeld verpasst haben.

Dieser Parteitag fiel in jeder Hinsicht aus dem Rahmen. Von der vorzüglichen Organisation (hier ist allen voran Geschäftsführerin Ruth Esser-Rehbein zu nennen) bis zur excellenten Begrüßung (Benedikt Winzen), von den diversen Grußworten (Petra Kammerevert MdEP, Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, Alt-OB Willi Wahl, DGB-Vorsitzender Ralf Köpke) bis hin zur ausgezeichneten Versammlungsleitung (Ina Spanier-Oppermann MdL) und den auf die Leinwand projizierten Fotos stimmte einfach alles. Frank Meyer ist allen als begnadeter Redner bekannt, aber hier hat er sich selbst übertroffen, vielleicht auch deshalb, weil er sich von einer Welle der Sympathie und der Begeisterung getragen fühlte.

Die Westdeutsche Zeitung Krefeld veröffentlichte am 23. März 2015 folgenden Bericht darüber:

OB-Kandidat Frank Meyer ist Mister 100 Prozent
SPD Bei der Vertreterversammlung erhielt der 40-Jährige alle 127 Stimmen. Er hielt eine souveräne Rede.

Von Dagmar Groß

Frank Meyer ist am Samstagmorgen einstimmig zum SPD-Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl am 13. September gewählt worden. Alle 127 gültigen Stimmen der Vertreterversammlung entfielen auf den einzigen Bewerber. Meyer gilt schon seit vergangenem Jahr als Kandidat, nachdem der Parteivorstand sich einstimmig für ihn ausgesprochen hatte. Doch die offizielle Nominierung durch die Partei fand erst jetzt in der Kulturfabrik statt.

Vor der Wahl hatte der SPD-Parteivorsitzende und Ratsherr die Genossen in einer knapp einstündigen frei gehaltenen Rede von seinen Fähigkeiten überzeugt. Die darauf folgenden standing ovations ließen schon auf ein deutliches Ergebnis schließen. Dass es 100 Prozent wurden, damit hatte der Kandidat nicht gerechnet, er zeigte sich überwältigt von der breiten Zustimmung.

Fast ebenso viel Zustimmung erhielt Alt-Oberbürgermeister Willi Wahl (87). Er war 1994 der letzte sozialdemokratische Oberbürgermeister Krefelds und würde jetzt gerne den Stab an Meyer übergeben. Mit einem aufmunternden „Lott jonn“ schickte er Meyer in den Wahlkampf.Unterstützung für den sozialdemokratischen Kandidaten gab es in Form von Grußworten darüber hinaus noch von Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, der Europaabgeordneten Petra Kammerevert und dem Krefelder DGB-Vorsitzenden Ralf Köpke.

Meyer zeigt sich kämpferischer als noch am Aschermittwoch

Meyer beschäftigte sich in seiner souveränen Bewerbungsrede vor allem mit den Themen Wirtschaft und Arbeitsplätze, Bildung sowie Würde und Selbstbestimmung. Er nannte konkrete Pläne, wie und wo er Dinge verändern will. Und er gab sich auch kämpferischer als noch beim Politischen Aschermittwoch, sparte nicht mit Kritik an Amtsinhaber Gregor Kathstede und dem CDU-Kandidaten Peter Vermeulen – auch wenn er sie auch diesmal namentlich nicht nannte.

So äußerte der SPD-Kandidat Befremden darüber, wie sein Mitbewerber dauernd seine Position zu Steuererhöhungen verändere. Auch Vermeulens Auftritt in Sachen Rheinblick stieß auf Meyers Kritik. So könne man nicht mit Investoren umgehen, die sich in Krefeld engagieren wollten. Diese zu verschrecken sei mittlerweile eine „Krefelder Krankheit“. Ein Oberbürgermeister müsse Positionen zusammenführen und nicht spalten. Deshalb sei er mit Parteikollegen zum Chemiepark-Leiter gegangen, um zu überlegen, wie man die Interessen unter einen Hut bekomme, statt Pressekonferenzen zu halten.

Das Oberbürgermeisteramt ruht aus Meyers Sicht auf drei Säulen: Chef der Verwaltung, Repräsentant der Stadt und erster Stellvertreter der Bürger. Verwaltung habe er von der Pike auf gelernt, besitze aber die Außensicht für notwendige Veränderungen. Die Stadt repräsentiere er als ehrenamtlicher Bürgermeister bereits seit sechs Jahren. Er werde den Kontakt zu den Bürgern suchen, auf die Straße gehen, Entscheidungen erklären und sich nicht hinter dem Presseamt verstecken.

Den Graben zwischen Bürger und Rathaus will Meyer so aufbrechen, die Bürger einbeziehen. Und informieren. Aber auch in die Verantwortung nehmen – für Krefeld.