Geschenk für die Krefelder Jazzfans: Ein Konzert mit dem Duo „Magnolia“

Das Duo Magnolia
Das Duo Magnolia : Anne Hartkamp und Philipp van Endert. Foto: D. Wendler

Siggi Ehrmann war selbst ganz aus dem Häuschen; das Duo "Magnolia" übertraf aber auch alle Erwartungen. Mit diesem fulminanten Konzert im rappelvollen Jazzkeller hat der Bundestagsabgeordnete nicht nur den Krefelder Jazzfans, sondern sichtlich auch sich selbst viel Freude bereitet. Sein Parteifreund Frank Meyer, zur Zeit im Vorfeld zur OB-Wahl voll eingespannt, gönnte sich mit dem Besuch dieses Musikereignisses ebenfalls mal eine kurze Auszeit und war so begeistert, dass er trotz seiner vielen Verpflichtungen bis zum Ende blieb.

Hier können Sie den Bericht lesen, den die Westdeutsche Zeitung Krefeld am 1. Juni 2015 veröffentlicht hat:

Glockenhelle Stimme im Jazzkeller

Von Klaus M. Schmidt

Gesang plus Gitarre – das Duo Magnolia gastierte am Sonntagabend im Jazzkeller.

Krefeld. Ein Duo, das ist erstens die kleinstmögliche Bandbesetzung und zweitens keine, in der man sich verstecken kann. Wenn dann einer der beiden Duopartner auch noch „nur“ mit seiner Stimme antritt, dann ist das schon mutig. Anne Hartkamp ist die Sängerin des Duos Magnolia, das am Sonntagabend auf Einladung des Jazzklubs im Jazzkeller gastierte, und Hartkamp hat nicht nur Mut, sondern auch noch einen „Bruder“ dabei.

Die brasilianische Samba-Ballade singt Hartkamp auf portugiesisch

Der „Bruder“ ist nicht ihr mit allen Wassern gewaschene Duopartner, der E-Gitarrist Philipp van Endert, als „Bruder“ bezeichnet Hartkamp das kleine Elektronik-Kästchen, mit der sie ihre Sopran-Stimme nach unten oktavieren, verzerren und mit etwas Hall versehen kann. Obendrein macht der „Bruder“ aus Hartkamps Gesang nach Bedarf Loops, also Wiederholungsschleifen, über die sie dann eine weitere Stimme setzen kann.

Auch van Endert setzte hin und wieder Loops ein, überwiegend spulte er aber in der Begleitung seine klanglich und harmonisch äußerst gekonnte Picking-Technik ab, mit der er Akkorde und Bass-Linie kombiniert.

Hartkamp kann ihre Stimme glockenklar in die Höhe treiben, bewegt sich sicher in der mittleren Lage. Den Scatgesang, die hohe Kunst des Jazzgesangs, also den instrumentalen Einsatz der Stimme, bei dem nur sinnfreie Silben gesungen werden, beherrscht sie außergewöhnlich gut.

Auch kann Hartkamp damit punkten, dass sie die brasilianische Samba-Ballade tatsächlich auf Portugiesisch singt, also nicht nur die englischen Texte akzentfrei zum Besten gibt.

Im Repertoire der beiden finden sich Songs, die schon Bobby McFerrin, Cassandra Wilson oder Flora Purim gesungen haben. Das ist dann wieder mutig von Hartkamp, dass sie den möglichen Vergleich nicht scheut. Dann spielen die beiden aber auch viele Eigenkompositionen, die sehr oft Jazzstandard-Charakter haben.

Das farbenreiche „Wild Sky“ ließ stilistisch die Welt der Standards hinter sich, und Hartkamp gelang ihr bestes Solo, das in der vom „Bruder“ manipulierten künstlichen Tiefe begann und in der natürlichen Höhe endete.