„Frank Meyer siegt klar mit 45 Prozent“ titelt die Rheinische Post

Vor Freude schier aus dem Häuschen: Frank Meyers Lebensgefährtin Claudia Brüker, Siegmund Ehrmann MdB und Uli Hahnen Mdl. Im Hintergrund Parteigeschäftsführerin Ruth Esser-Rehbein
Vor Freude schier aus dem Häuschen: Frank Meyers Lebensgefährtin Claudia Brüker, Siegmund Ehrmann MdB und Uli Hahnen Mdl. Im Hintergrund Parteigeschäftsführerin Ruth Esser-Rehbein Bild: D. Wendler
Uli Hahnen gratuliert Frank Meyer mit Blumen
Uli Hahnen gratuliert Frank Meyer mit Blumen

Der Jubel kannte keine Grenzen. Ungläubig erst, dann überwältigt verfolgten am 13. September rund 120 begeisterte Sozialdemokraten im Josef-Hellenbrock-Haus die alle paar Minuten neu eintreffenden Wahlergebnisse für ihren OB-Kandidaten. Auch "Mensch Meyer" war deutlich anzumerken, dass er sein Glück kaum fassen konnte, und seine Lebensgefährtin Claudia Brüker war schier aus dem Häuschen. Sogar der Routinier Uli Hahnen konnte seine Rührung nicht verbergen und umarmte "seinen" Frank unter Tränen. 45 Prozent, wer hätte das zu träumen gewagt! Auf der Basis können die Krefelder Genossen entschlossen und überzeugungsstark auf die Stichwahl am 27. September hinarbeiten.

Selbst die Presse ist beeindruckt, deshalb drucken wir hier einige der aktuellen Presse-Reaktionen ab.

Hier der Artikel der Rheinischen Post, veröffentlicht am 14.09.2015

VON SEBASTIAN PETERS, CAROLA PUVOGEL UND JENS VOSS
+++ SPD-OB-Kandidat Meyer spricht von einem „fantastischen Ergebnis“ +++ Peter Vermeulen (CDU) verbreitet trotz enttäuschenden Wahlausgangs Zuversicht +++ Grüne Sensation bleibt aus +++

SPD-OB-Kandidat Frank Meyer hat den ersten Durchgang der Wahl zum Oberbürgermeisteramt in Krefeld gestern klar für sich entschieden: Er holte stadtweit 44,96 Prozent der Stimmen, der CDU-Kandidat Peter Vermeulen hingegen kam auf 35,18 Prozent. Um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, hätte Meyer mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen müssen. Der Grüne Thorsten Hansen, der zuvor als Geheimtipp gehandelt und dem viel zugetraut worden war, liegt hingegen bei nur 14,97 Prozent und damit im Rahmen der Wahlergebnisse, die die Grünen in den vergangenen Jahren erzielt haben – die grüne Sensation in Krefeld blieb aus. Die Wahlbeteiligung ist historisch niedrig und liegt bei 38,47 Prozent.

Meyer und Vermeulen gehen jetzt in die Stichwahl: Am 27. September können sich die Krefelder zwischen beiden Kandidaten entscheiden. Ab jetzt wollen beide um die Wähler der Grünen werben.
Frank Meyer sieht im Wahlausgang ein „fantastisches Ergebnis“. Bei der vergangenen Kommunalwahl holte die SPD 35 Prozent, Meyer holte im auf seine Person geschnittenen OB-Wahlkampf zehn Prozent mehr. Die Kampagne „Mensch Meyer“ hat die Krefelder offenbar angesprochen – noch am Wahlmorgen hatte die SPD massiv um Stimmen geworben, teilweise in ganzen Straßenzügen Briefkästen mit „Heute Meyer wählen“-Aufklebern beklebt. Im Gespräch mit unserer Redaktion sprach Meyer am Abend von einer „ganz klaren Wechselstimmung“ in Krefeld. Er verwies auch auf die Ausgangslage für die CDU: „Im bürgerlichen Lager gab es nur einen Kandidaten.“ Die SPD hingegen habe noch Wählerpotenziale. Er sieht Schnittmengen mit den Positionen von Thorsten Hansen (Grüne) – und hofft nun darauf, seine Wähler bei der Stichwahl erneut an die Urne bringen zu können.

Die CDU versuchte trotz eines für sie enttäuschenden Ergebnisses Zuversicht zu verbreiten. Ihr Kandidat Peter Vermeulen, Dezernent in Mülheim, trat im Wahlkampf als der fachlich versierte Verwaltungsmann auf, sagte auch gestern wieder: „Ich bin überzeugt, dass ich der kompetentere Kandidat bin.“ Er verwies darauf, mehr Stimmen als die CDU bei der Kommunalwahl geholt zu haben. Die CDU lag 2014 bei der Kommunalwahl bei 33,1 Prozent, Vermeulen holte 1,5 Prozentpunkte mehr – hatte aber auch keinen Gegenkandidaten im bürgerlichen Lager. Auch der CDU-Vorsitzende Marc Blondin, den CDU-intern manche schon anzählen, schöpft aus der Stichwahl Zuversicht: „Wir liegen deutlich vor dem nächsten Mitbewerber, ich hatte das Ergebnis enger eingeschätzt. Die Karten werden neu gemischt, jetzt kommt es auf wenige Stimmen an.“ CDU-Ratsherr Michael Zecha hingegen stimmt das Ergebnis missmutig: „Die Leute haben nicht verstanden, dass nicht ein politischer OB gewählt wird, sondern jemand, der 3000 Menschen führen muss.“

Die Grünen zeigten sich trotz ausbleibender Sensation zufrieden: „Ich hatte auf 20 Prozent gehofft, die Stimmung war danach, aber Stimmung bedeutete keine Stimme“, sagte Thorsten Hansen. Mit knapp 15 Prozent holte er 3,81 Prozent mehr als die Grünen bei der Kommunalwahl 2014. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann sagte mit Blick auf das CDU-Ergebnis: „Das kommt davon.“ Er machte gestern erneut deutlich, dass die CDU mit der FDP zusammen auf Kandidatensuche hätte gehen können. Überraschend zollte Heitmann Hansen Respekt – er habe im Wahlkampf „Klartext“ geredet, lobte er.
Auffällig: Frank Meyer schnitt auch in Bezirken, die sonst CDU-Hochburgen sind, etwa Bockum-Kirche, gut ab. In Hüls, jahrelang CDU-Stadtteil, gewann Meyer beide Wahlbezirke. CDU-Ratsherr Michael Zecha glaubt dennoch, dass Peter Vermeulen einen guten Job gemacht hat: „Er hat in Bockum, Traar und Verberg geholt, was er holen muss.“

Und die Westdeutsche Zeitung titelt:

Meyer geht mit Vorsprung vor Vermeulen in die Stichwahl
Der SPD-Kandidat hat für die Entscheidung in zwei Wochen die bessere Ausgangsposition als sein CDU-Gegenspieler.

Von der Wahl berichten Roland Busch, Chrismie Fehrmann, Dagmar Groß, Claudia Kook, Egon Traxler (Texte) und Dirk Jochmann (Fotos)

Dass es eine Stichwahl um das Amt des Oberbürgermeisters am 27. September geben würde, war eigentlich vor diesem Sonntag schon klar. Dass die Abstände zwischen den drei Kandidaten der großen Parteien aber so groß ausfallen würden, damit hatte man so nicht gerechnet. Der SPD-Kandidat Frank Meyer darf sich mit 45 Prozent der Stimmen zu Recht als Gewinner des Abends fühlen.

„Es ist ein sensationell gutes Ergebnis, das sehr weit trägt und das wir mit in die Stichwahl nehmen möchten.“

Frank Meyer, OB-Kandidat SPD

Am Montagmorgen wolle man die Stichwahl im Detail planen. Was die mögliche Unterstützung durch eine Wahlempfehlung der Grünen anginge, sehe er „inhaltliche Gemeinsamkeiten zwischen SPD und Grünen“. Es sei näherliegend für grüne Wähler für ihn zu votieren. „Ich würde mich freuen.“

Seinen CDU-Kontrahenten, Peter Vermeulen (35,2 Prozent), lässt er knapp zehn Prozentpunkte hinter sich. Und Thorsten Hansen, der für die Grünen antrat, zieht sich mit 15 Prozent zwar achtbar aus der Affäre. Überall kommt er über die zehn Prozent-Marke, in seiner Heimat Hüls reicht es sogar für 20 Prozent. Sein Ziel, die Stichwahl zu erreichen, verfehlt er damit aber deutlich.

Die drei Bewerber der kleinen Parteien spielen bei der Entscheidung keine Rolle. Michael Heepen (Die Partei) erhält 2 Prozent, Sven Fucker (Tierschutzpartei) 1,5 Prozent und Sandra Leurs (Piraten) 1,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist mit knapp 40 Prozent nicht so schlecht, wie befürchtet.

Meyer war die Anspannung am Wahlabend anzumerken, umso größer war der Jubel bei seinen Anhängern, wenn Stimmbezirke mit Ergebnissen über 50 Prozent eintrudelten, zum Beispiel in Uerdingen und Krefeld-Süd. Für die Tage bis zur Stichwahl sagt er ein hartes Stück Arbeit voraus.

Bei der CDU hingegen wurde tief gestapelt. Das vorrangige Ziel, mit deutlichem Vorsprung auf Platz zwei zu landen, habe man erreicht, hieß es.

„Wir haben bei der Wahl ein tolles Ergebnis eingefahren. Wir haben den zweiten Platz anvisiert, das ist der erste Platz für die Stichwahl in zwei Wochen.“

Peter Vermeulen, OB-Kandidat CDU

Doch lediglich in Krefeld-Ost liegt der CDU-Kandidat deutlich vorne. Im Bezirk-Nord ist er gleichauf mit Meyer. Gute Ergebnisse sind rar: Nur Bockum, Traar, Verberg sowie Moritz- und Bismarckplatz stimmen mehrheitlich für den CDU-Kandidaten. Dennoch sind die Christdemokraten sicher: Nun werde man in der Stichwahl mit der Verwaltungserfahrung des Spitzenkandidaten punkten.