Warum das KWM ein anderes Museum für Krefeld ist.

Kaiser Wilhelm Museum
Kaiser Wilhelm Museum
Thomas Luppa
Thomas Luppa, Stellv. Vorsitzender Jusos Krefeld

Ein ganzes Wochenende stand im Zeichen der Wiedereröffnung des Kaiser Wilhelm Museums. Mit der Veranstaltung „KWM PUR“ hat die Stadt eine jahrelange Baustelle in der Innenstadt endlich verloren und ein „neues“ Gebäude gewonnen. Rund 18 Millionen sind von der Planung bis zur Realisierung in den vergangenen sechs Jahren in das Museum geflossen. Eine Menge Geld, welches die Stadt nicht hat und warum die Investition dennoch sinnvoll war ..

Das Kaiser Wilhelm Museum wurde zum Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Der Museumsneubau stand für die Repräsentation von Staat, Gesellschaft und Kultur. Er wurde innerstädtisch, zentral am Karlsplatz (zukünftig Joseph-Beuys-Platz) errichtet. Die Erinnerung an Kaiser Wilhelm I., aber auch das gesellschaftliche Bekenntnis zur kulturellen Bildung im öffentlichen Raum standen im Vordergrund des neu zu errichtenden Museums. So kam es, dass das Kaiser Wilhelm Museum aus Spenden der Bürgerschaft finanziert und ein Museum der Bürger errichtet wurde.

Mehr als 100 Jahre später wurde das Museum zum wiederholten Male eröffnet, doch der sechsjährige Umbau bringt Veränderungen mit sich. Am vergangenen Wochenende präsentierte sich ein leeres Museum, befreit von seinen Werken und wurde dennoch zum Anziehungspunkt für Krefelder und Kulturfreunde. „KWM PUR“ hat mit einem vielfältigen Programm ein lebendiges und offenes Gebäude gezeigt. Ein Gebäude, das Menschen bewegt und interessiert. In zahlreichen Gesprächen – privat, den Führungen oder Gesprächskreisen – wurden Funktionen und Kosten des „neuen“ Museums diskutiert. Es ist richtig, dass viele Menschen und Parteien wie die SPD die Sanierung des Kaiser Wilhelm Museums kritisch begleitet haben. Die Kosten sind deutlich gestiegen, aber am Ende haben wir Krefelder mehr als ein „neues“ Museum in altem Glanze gewonnen. Aktuell folgt der Museumsbau einer ganzen Reihe architektonischer Veränderungen der Stadt und begleitet einen lange ersehnten, sichtbaren Wandel. Wie im Museum kommt Krefeld in einer neuen Zeit an.

18 Millionen für ein Museum und eine neue Zeit? Museen sind kulturelle Bildungseinrichtungen, aber noch viel mehr! Wie damals repräsentiert das Kaiser Wilhelm Museum unsere Stadt, Gesellschaft und Kultur. Dennoch waren die Erlebnisse am vergangenen Wochenende entscheidender, denn da wurde das Museum zum Treffpunkt der Bürgerschaft – und genau das ist gelebte sozialdemokratische Kulturpolitik. Aus allen Stadtteilen kamen interessierte Bürger und Kulturfreunde, spazierten durch die neuen, weiß erstrahlenden Räume, bestaunten die prachtvollen Stuckdecken sowie das vierteilige Wandgemälde von Johan Thorn Prikker, informierten sich, diskutieren, entdeckten, lachten, trafen Bekannte … Sie alle erlebten ein für alle frei zugängliches, offenes und einladendes Gebäude. Und genau das ist es, was diese Wiedereröffnung bedeutete, den Wiedergewinn eines öffentlichen Raumes, eines Raumes zum gesellschaftlichen Austausch und Miteinander im Herzen Krefelds. Oder um es anders zu sagen, 18 Millionen Euro für ein Gebäude für uns Krefelder. Denn das Museum ist ein Treffpunkt der Bürgerschaft, eine kulturelle Bildungsinstitutionen für zukünftige Kindergarten- und Schulklassen wie für junge und alte Kulturfreunde, ein Ort der Geschichte unserer Stadt, der Erholung, aber auch Zeit für Gespräche und Miteinander.

Das „neue“ Kaiser Wilhelm Museum ist wie zu seiner Errichtung ein Museum der Bürger – ein Museum, der Krefelder und Oberbürgermeister Frank Meyer hat es verstanden, diese Bedeutung zu erfassen: „Hier können wir uns mit der Kunst, aber auch mit uns auseinandersetzen“. Ein Museum, das anders, eben mehr als nur ein Museum ist.

von Thomas Luppa, Stellv. Vorsitzender Jusos Krefeld