Zeit für mehr Mitbestimmung – Wir alle sind gefordert!

Ralf Köpke,  DGB Vorsitzender Krefeld
Zeit für mehr Mitbestimmung
Zeit für mehr Mitbestimmung!

Die Zeiten der großen Mitbestimmten Betriebe haben sich auch in Krefeld einem Wandel unterworfen. Gerade hier in der „Stadt aus Samt und Seide“ verzeichnen wir seit Jahren einen Abbau industrieller Arbeitsplätze, hingegen wachsen der Dienstleistungssektor sowie die Zahl der kleineren Betriebe. In diesem Strukturwandel wird es in der Zukunft für alle Beschäftigten und natürlich für die Gewerkschaften eine Mammutaufgabe sein auch in diesem Bereich die Pfeiler von betrieblicher und gewerkschaftlicher Mitbestimmung durchzusetzen. Auch der DGB in Krefeld unterstützt die Einzelgewerkschaften bei der Strategie die Basis von Mitbestimmung und Beteiligung durchzusetzen.

Zunehmend gibt es auch in Krefeld Beispiele, wo sogenannte Söldneranwaltskanzleien von Arbeitgebern eingesetzt werden um Betriebsratsgründungen und Gewerkschaftliche Rechte zu verhindern. Massiver Druck auf Beschäftigte, die einen Betriebsrat gründen wollen, die ihre gewerkschaftlichen Rechte in Anspruch nehmen wollen. Drohungen, Kündigungen, der Versuch des Rauskaufens von Betriebsräten gehören zum Alltag des Wirtschaftslebens leider auch bei uns am Niederrhein. Wir müssen in den letzten Jahren nicht nur eine zunehmende Tarifflucht von Betrieben verzeichnen, exemplarisch sei hier die KFZ-Branche genannt. Es ist nicht zu akzeptieren, dass lediglich drei große Autohäuser in dieser Stadt sich noch an Tarifverträge halten. Es ist auch nicht hinzunehmen, dass Arbeitgeberverbände und Innungen in ihrem Verband eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung dulden oder sogar akzeptieren.

Hier unterstützt auch der DGB die Kolleginnen und Kollegen öffentlichen Druck zu machen, anzuprangern, aber auch den Beschäftigten Schutz zu geben. Wir thematisieren das in Gremien, bei der Kommunalpolitik und in öffentlichen Diskussionen. Es ist unabdingbar, Druck auszuüben, schwarze Schafe öffentlich zu machen und die Bedeutung von Betriebsverfassung und Mitbestimmung in die Öffentlichkeit zu holen.

Das Betriebsverfassungsgesetz, die Koalitionsfreiheit und das Recht der Kolleginnen und Kollegen sich in Gewerkschaften zusammenzuschließen drohen zu zerfasern, Belegschaften sind aus Angst um ihren Arbeitsplatz leicht unter Druck zu setzen und werden gepresst auf ihre Rechte zu verzichten schon bei den ersten Versuchen in Richtung Betriebsratsgründungen zu gehen. Gute und faire Arbeit sind unabdingbar verbunden mit den Säulen, Betriebsrat und Tarifvertrag und hier sind wir auch in Krefeld in Schieflage, nicht nur zum 1.Mai wird es unsere Aufgabe sein, nicht weniger, sondern mehr Mitbestimmung – Zeit für mehr Solidarität!

Ralf Köpke ist Gewerkschaftssekretär der IG Metall und Vorsitzender des DGB Stadtverbandes Krefeld.