Armenien-Resolution: Persönliche Erklärung der SPD-Ratsmitglieder Halide Özkurt und Mustafa Ertürk

Halide Özkurt, Ratsfrau
Ratsfrau Halide Özkurt
Mustafa Ertürk, Ratsherr
Ratsherr Mustafa Ertürk

Die parlamentarische Demokratie in unserem Land sieht vor, dass Entscheidungen in deutschen Parlamenten, ob im Bund, den Ländern oder auf kommunaler Ebene, von gewählten Volksvertretern getroffen werden, die hierbei frei und unabhängig sind. Dies ist ein hohes Gut unserer Demokratie, dass es, unabhängig vom Sachthema, unbedingt zu pflegen gilt.

Wenn frei gewählte Abgeordnete nach einer Entscheidung, wie sie zu Beginn dieses Monats von den Mitgliedern des Deutschen Bundestages zum Gedenken an den Völkermord an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten in den Jahren 1915 und 1916 getroffen wurde, in der Vehemenz, in Inhalt und Ton kritisiert und diffamiert werden, wie dies insbesondere türkischstämmigen Abgeordneten widerfahren ist, dann ist das unangebracht und fehl am Platz.

Als türkischstämmige Mitglieder im Rat der Stadt Krefeld und Angehörige des muslimischen Glaubens möchten wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass Beschimpfungen und Bedrohungen von frei gewählten Abgeordneten nicht nur nicht hinnehmbar, sondern entschieden zu verurteilen sind.

In Krefeld gibt es eine große türkische Gemeinde, die sich mit allen hier lebenden Menschen, ob christlichen, jüdischen, muslimischen oder anderen Glaubens, aber auch mit Nichtgläubigen, gemeinsam für ein tolerantes Krefeld einsetzt.

Krefeld ist unsere gemeinsame Heimat, in der wir friedlich miteinander leben möchten.
Dass dies in Krefeld gut funktioniert, zeigen die vielen gemeinsamen Aktivitäten der verschiedensten Akteure aller Glaubensgemeinschaften und Kulturvereine.
Darauf kann Krefeld stolz sein.
Darauf sollten wir uns besinnen.