„Der Köbes. Ein rheinisches Original“ – Lesung in der ältesten Hausbrauerei Krefelds

Im vollbesetzten Gastraum der Brauerei Gleumes; vor dem Fenster v.l. Jens Prüss, Antonios Arabatzis und Anke Drießen-Seeger, Foto: Linus Seeger

Erste und wichtigste Regel: Den Kellner auf keinen Fall mit "Herr Ober" ansprechen! Mit einer solchen Anrede weist man sich sofort als unerfahrenen Kneipen-Dilettanten aus. Im übrigen kann sich der Gast einer Hausbrauerei sowieso glücklich preisen, wenn sich der Köbes – denn so lautet der korrekte Begriff – dazu herablässt, einigermaßen auf Augenhöhe mit ihm zu kommunizieren. Und das gewünschte Glas Kölsch oder Alt womöglich innerhalb eines akzeptablen Zeitraums vor ihn auf den blankgescheuerten Holztisch knallen lässt.

Gut 60 Krefelder sind diesbezüglich jetzt voll im Bilde, denn sie waren der Einladung der SPD Krefeld-Mitte gefolgt und haben die Lesung von Jens Prüss in der Gaststätte Gleumes auf der Sternstraße besucht.

Nach einer Begrüßung durch den Hausherrn Antonios Arabatzis sowie einer kleinen Einführung durch die Ortsvereinsvorsitzende und Ratsfrau Anke Drießen-Seeger trug der bekannte Autor und Journalist die eine oder andere unterhaltsame Anekdote aus seinem neuen Buch "Der Köbes. Ein rheinisches Original" vor, darunter auch präzise Anweisungen, wie sich der durstige, ansonsten aber unbedarfte Gast in einer Brauerei-Gaststätte in Köln oder Düsseldorf am gescheitesten verhalten sollte, um ja nicht aufzufallen. Die Information, einst habe es in Krefeld mehr Hausbrauereien gegeben als in diesen beiden Städten, rief übrigens allgemein ungläubiges Erstaunen hervor.

Das Publikum, welches sich aus einer speziell für diese Gelegenheit zusammengestellten Abendkarte die schönsten rheinischen Nationalgerichte wie etwa "Himmel un Ääd" oder "Näcken Hännes" aussuchen konnte, war hellauf begeistert und sparte nicht mit Applaus. Auch Dr. Jürgen Kron, Geschäftsführer des Düsseldorfer Droste-Verlags und Verleger des Köbes-Buchs, hatte sichtlich Spaß an dieser Lesung im – wie er sagte – "authentischen Ambiente" von Krefelds ältester Hausbrauerei.

Im Anschluss an die Lesung gab es die versprochene Führung, und weil sich diese gute Gelegenheit keiner der Gäste entgehen lassen wollte, musste Wirt Antonios Arabatzis nacheinander vier Gruppen mit den geschichtlichen Daten und vor allem mit den Geheimnissen des Brauverfahrens vertraut machen.