Stadt und Land – Hand in Hand

Gisela Brendle-Vierke
Gisela Brendle-Vierke, Bezirksvorsteherin Krefeld-Süd
Thomas Luppa
Thomas Luppa, Ortsvereinsvorsitzender Krefeld-Süd

Das „Weiße Haus“, Vennfelder Straße 41 bis 45, ist seit langem ein Ärgernis für die Anwohnerschaft und lokale Politik im Süd-Bezirk. Die SPD-Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke und der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Luppa haben sich nun gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Ina Spanier-Oppermann auf eine Spurensuche begeben.

Doch worum geht es überhaupt? Nach Weberei und „Rotlichtmilieu“ steht das stark baufällige Haus an der Vennfelder Straße seit circa 30 Jahren leer. Genauere Informationen zum Eigentümer waren bisher nicht bekannt und konnten in den vergangenen Jahrzehnten auch nicht eindeutig in der Bezirksvertretung geklärt werden. Der verwahrloste Zustand und insbesondere herabfallende Teile der Fassade hatten die Bauaufsicht der Stadt Krefeld veranlasst, auf dem Fußgängerweg Baustellenzäune zu errichten. Anfang des Jahres hatte die Bezirksvorsteherin Gisela Brendle-Vierke den Wunsch geäußert, „dass das Weiße Haus an der Vennfelder Straße endlich saniert und genutzt wird“.

Im Frühjahr hatten sich der Ortsvereinsvorsitzende Thomas Luppa gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Ina Spanier-Oppermann an das Finanzministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gewandt und zum Handeln aufgefordert. – Dem Finanzministerium untersteht maßgeblich das Immobilienmanagement des Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW. – Bereits vorher wurde in der Bezirksvertretung Krefeld-Süd gemutmaßt, dass die Immobilie nach erfolgloser Erbfolge in den Landesbesitz übergangenen sei.

Diese Vermutung haben nun das Finanzministerium und die Bezirksregierung Düsseldorf übereinstimmend bestätigt. Seit 2014 hat das Land NRW die Liegenschaft im Rahmen der gesetzlichen Erbfolge übernommen. Das Land verweist insbesondere auf den baufälligen Immobilienzustand bereits vor Eigentumsübernahme. Weiterhin sind Grundschulden zugunsten eines privaten Bankhauses im Grundbuch eingetragen. Dem Land sind im Rahmen der ordnungsgemäßen Nachlassabwicklung sowie Verwaltung und Verwertung der Immobilie die Hände gebunden, da aufwertende Maßnahmen zugunsten eines Nachlassinsolvenzverfahrens des Gläubigers ausgegangenen wären. Bisherige Versteigerungen zugunsten des Gläubigers sowie Verhandlungsgespräche blieben ohne Erfolg.

Nun verkünden Ina Spanier-Oppermann und Thomas Luppa, dass nach langen Bemühungen ein Verkauf möglich scheint. Zwar liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genaueren Pläne zum Abriss oder zur Sanierung der Immobilie vor. Jedoch bewerten sie dies als erste positive Entwicklung nach drei Jahrzehnten. Gleichzeitig appellieren Ina Spanier-Oppermann, Gisela Brendle-Vierke und Thomas Luppa eine neue Eigentümerin zum schnellen und umsichtigen Handeln zugunsten einer Verbesserung der Wohn- und Lebensumstände für die Anwohnerschaft vor Ort und allgemeinen Stadtentwicklung im Süd-Bezirk auf.