Gedenken an die Reichspogromnacht

Gedenken an die Reichspogromnacht am 09.11.2016, Foto: Dietbert Wendler
Gedenken an die Reichspogromnacht am 09.11.2016, Foto: Dietbert Wendler Bild: Oberbürgermeister Frank Meyer beim Gedenken an die Reichspogromnacht am 09.11.2016, Foto: Dietbert Wendler
Oberbürgermeister Frank Meyer beim Gedenken an die Reichspogromnacht am 09.11.2016, Foto: Dietbert Wendler
Oberbürgermeister Frank Meyer beim Gedenken an die Reichspogromnacht am 09.11.2016, Foto: Dietbert Wendler

Wie jedes Jahr trafen sich am 09. November 2016 viele Menschen am Platz der alten Synagoge an der Marktstraße. Zum Gedenken an die unzähligen Opfer der Reichspogromnacht am 9. November 1938, auch Reichskristallnacht genannt. Der Tag, an dem das Nazi-Regime ohne Hemmungen in aller Öffentlichkeit seine hässliche Fratze zeigte. Als jüdische Mitbürger gezielt gejagt, bestohlen, misshandelt und ermordet wurden. Als der Holocaust vor aller Augen begann.

Den Anschein von Rechtsstaatlichkeit wollten die Nationalsozialisten durch ihre Berufung auf das Ermächtigungsgesetz vom 23.3.1933 erwecken. Beschlossen wurde es im von SA-Horden kontrollierten Reichstag mit den Stimmen aller Abgeordneten – außer denen der SPD-Abgeordneten, die geschlossen dagegen stimmten. Und dafür mit Verfolgung, Konzentrationslager und Ermordung bitter büßen mussten.

Ereignisse wie diese haben die SPD und ihre Mitglieder in der über 150jährigen Geschichte ihrer Partei wiederholt erlebt und wurden dadurch geprägt. Wie sehr, ging klar aus der Rede von Oberbürgermeister Frank Meyer hervor. Deutlich wandte er sich dagegen, dem Gedanken vom „Schlussstrich“ das Wort zu reden. Bald wird es keine überlebenden Zeitzeugen mehr geben, die aus persönlichem Erleben von den Gräueln der nationalsozialistischen Terrorherrschaft erzählen können.

Das heißt aber nicht, dass wir die Geschichte abhaken und vergessen können. Im Gegenteil: indem wir daraus lernen, können wir auch unserer Verantwortung für Gegenwart und Zukunft besser gerecht werden.

Auch wenn man keine Vergleiche zwischen 1938 und 2016 anstellen soll, so gibt doch vieles, was heute in unserem Lande geschieht, Anlass zur Sorge. Für unseren Oberbürgermeister Frank Meyer und viele andere Mitglieder der SPD.

Wenn Flüchtlinge und ihre ehrenamtlichen Helfer attackiert und Flüchtlingsunterkünfte angezündet werden. Wenn in den sozialen Netzwerken übel gehetzt wird. Oder was in Teilen des Wahlprogramms der AfD steht und was Vertreter dieser Partei manchmal von sich geben. Das alles ist abscheulich und menschlich unerträglich – und vollkommen geschichtsvergessen.

Deshalb wird die SPD dieses Datum, und alles was damals geschah, niemals vergessen! Geprägt und in der Tradition des SPD-Abgeordneten Otto Wels, der damals im Reichstag für die SPD-Abgeordneten sagte:

„Freiheit und Leben kann man uns nehmen – die Ehre nicht.“

von Dietbert Wendler, SPD Krefeld