8. Mai 2017 : Krefeld gedenkt der Opfer von Krieg und Diktatur

Oberbürgermeister Frank Meyer vor dem Denkmal für die KZ-Opfer, Foto: Gerda Schnell
Oberbürgermeister Frank Meyer vor dem Denkmal für die KZ-Opfer, Foto: Gerda Schnell
Oberbürgermeister Frank Meyer vor dem Denkmal für die KZ-Opfer, Foto: Gerda Schnell
Oberbürgermeister Frank Meyer vor dem Denkmal für die KZ-Opfer, Foto: Gerda Schnell
Michael Gilad spricht ein Gebet für die 6 Millionen ermordeten Juden, Foto: Gerda Schnell
Michael Gilad spricht ein Gebet für die 6 Millionen ermordeten Juden, Foto: Gerda Schnell

Am Tag der Beendigung des zweiten Weltkriegs und der Befreiung vom Nationalsozialismus gedachte die Stadt Krefeld in aller Stille der Opfer von Krieg und Diktatur. Die Gedenkfeier mit anschließender Kranzniederlegung, zu der auch das Bündnis Krefeld für Toleranz und Demokratie e.V. eingeladen hatte, fand am Mahnmal für die Opfer der Konzentrationslager auf dem Krefelder Hauptfriedhof statt.

Vor zahlreichen Teilnehmern erinnerte Oberbürgermeister Frank Meyer an eine der berühmtesten Reden in der Geschichte der Bundesrepublik. Es war der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizäcker, der in seiner Ansprache zum 40. Jahrestag des Kriegsendes gesagt hatte: „Der 8. Mai war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit vor dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.“

„Wir stehen hier am Denkmal für die Opfer der Konzentrationslager“, so Frank Meyer. „Was damals in Auschwitz, Bergen-Belsen und Dachau, in Buchenwald, Sachsenhausen und anderswo geschehen ist, bleibt bis heute unfassbar für uns – es ist ein Tiefpunkt der Grausamkeit und Barbarei, ein unaussprechliches Verbrechen an jüdischen Mitbürgern, an politisch Andersdenkenden, an Homosexuellen, an Sinti, Roma und anderen Minderheiten, an physisch und psychisch Kranken, an Kriegsgefangenen.“

Der Oberbürgermeister wies auch auf die Gedenkstätte für die Zwangsarbeiter ganz in der Nähe hin. Dort legten die Teilnehmer ebenfalls Blumen nieder und gedachten der aus ihrer Heimat verschleppten Menschen, die unter unwürdigsten Bedingungen für das Regime schuften mussten“, so Meyer. Ralf Winters von der Geschichtswerkstatt berichtete, was man über Leben und Sterben der Zwangsarbeiter in Krefeld herausgefunden hatte.

Zum Schluss folgten die Teilnehmer dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Krefeld, Michael Gilad, auf den neuen Jüdischen Friedhof. Im Gedenken für die sechs Millionen ermordeten Juden wurden sechs Kerzen angezündet. Nach einer kurzen bewegenden Ansprache sang Michael Gilad ein Gebet in hebräischer Sprache.